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Prozessauftakt in Göttingen zu versuchtem Mord mit Blei und Quecksilber

Heimtückisch und aus Habgier Prozessauftakt in Göttingen zu versuchtem Mord mit Blei und Quecksilber

Er wollte seine in Scheidung lebende Frau heimtückisch und aus Habgier töten. Darum hat er sie mit Quecksilber und Blei vergiftet. Das wirft die Anklage einem 44 Jahre alten Immobilienkaufmann aus Eddigehausen vor. Weil das eine Gift allein nicht schnell genug wirkte, benutzte er auch das andere. Vielleicht hat das der Frau das Leben gerettet.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das wäre der logische Schluss aus der Anklage, die am Freitag vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts verlesen wurde. Nur weil die Frau unter den Quecksilberdämpfen in ihren Autos und ihrem Wohnhaus gesundheitlich so litt und sich immer wieder übergeben musste, hat sie die giftigen Bleiacetat-Mischungen, die ihr der Angeklagte "unter dem Deckmantel vermeintlicher Fürsorge" immer wieder verabreicht habe, schnell wieder ausgeschieden. Das Blei konnte sich dadurch nicht so stark im Körper festsetzen.

Das war nicht die einzige Anklage, die am Freitag zum Prozessauftakt gegen den zuletzt in der Gemeinde Friedland lebenden 44-Jährigen verlesen wurde. Gegen den Sportschützen und Jäger gibt es eine zweite Anklageschrift, weil er auch ein Waffennarr ist. Bei der Verhaftung trug er eine illegale, scharf gemachte Schreckschusspistole bei sich. Außerdem besaß er eine Neun- und eine Sechs-Millimeter-Pistole und eine weitere Flinte, für die er jeweils keine Waffenerlaubnis hatte.

Am schwersten  aber wiegt die Anklage wegen versuchten Mordes, zu der er zunächst schweigt. Erst am dritten Verhandlungstag wollen seine beiden Verteidiger, Holger Nitz und Karl-Heinz Mügge, eine Erklärung abgeben. Sein Opfer, seine seit Dienstag dieser Woche von ihm geschiedene Ex-Frau, war zum ersten Prozesstag nicht erschienen. Damit entging sie einem großen Medienaufgebot, das den Angeklagten filmte und fotografierte. Die Frau wird durch eine Nebenklage-Anwältin vertreten. Sie hatte sich  im Mai 2014 von dem Angeklagten getrennt und war im gemeinsamen Haus wohnen geblieben. Laut Anklage soll er noch im selben Monat begonnen haben, die Frau zu vergiften.

Er habe Bleiacetat in ihre Lieblingsweine gespritzt, Quecksilber in die Lüfter ihrer beiden Autos, auf die Heizung, in den Backofen und den Toaster gespritzt und damit das ganze Haus unbewohnbar gemacht. Die Frau war mehrfach in Krankenhäusern und zur Reha, verlor 15 Kilo und ist offenbar dauerhaft geschädigt. Nach einem ihrer Klinikaufenthalte soll er ihr vermeintlich fürsorglich Obstsäfte gebracht haben - auch die versetzt mit Bleiacetat.

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