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Psychologen untersuchen in Dransfeld die Eskalation von Konflikten

Forschungsprojekt Bürgerproteste Psychologen untersuchen in Dransfeld die Eskalation von Konflikten

Sind die Informationen verständlich? Sind sie vollständig und objektiv? Für Bürger der Samtgemeinde Dransfeld besteht bis zum 30. April die Möglichkeit, das Vorgehen der Verwaltung bei der Ausweisung von zusätzlichen Windrad-Flächen im Flächennutzungsplan zu kommentieren.

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Eilers mit Drewes.

Quelle: Hinzmann

Dransfeld. Psychologen der Universität Göttingen erheben die Meinung der Bürger während der Auslegung der Pläne im Rathaus jeweils mittels zweier ausliegender Fragebögen. Betroffene können aber auch online mitmachen.

„Wir untersuchen im Verbund mit den Universitäten Braunschweig und Hannover in einem interdisziplinären Projekt die Eskalation von Konflikten um große Infrastruktur- und Bauvorhaben“, berichtet Sylvana Drewes, die das Projekt in Göttingen leitet. Entscheidungsprozesse, die dem Bürger undurchschaubar erscheinen, und das Gefühl, nicht ausreichend informiert zu sein, verschärfen Konflikte, berichtet die promovierte Psychologin.

Das Forschungsprojekt, das auf drei Jahre angelegt ist und von der Volkswagenstiftung gefördert wird, lief im Oktober 2014 an. Die Wissenschaftler befassen sich unter anderen mit dem Streit um die Y-Trasse Hamburg/Bremen-Hannover, die Fehmarnbeltquerung, die Stromtrasse Südlink oder die Straße Hochmoselübergang. Die Windräder in der Samtgemeinde sind das erste Untersuchungsobjekt in der Region. Weitere könnten folgen.

Eine Beobachtung aus Vorstudien ist Drewes besonders aufgefallen. Bürger unterschätzten ihre Einflussmöglichkeiten. Sie nutzten vorhandere Mittel und Wege nicht. Stattdessen würden sie laut, äußerten in anonymen Briefen Drohungen oder leisteten gar Widerstand. Drewes: „Die Verwaltung muss die Bürger besser über ihre Mitwirkungsmöglichkeiten informieren.“ Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers (SPD) zeigt sich für Hinweise offen: „Die Verwaltung neigt zu Betriebsblindheit.“ Für die Bürger seien die internen Abläufe oft nicht durchschaubar.

Von Michael Caspar

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