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Lockerung für die Fußball-EM

Public Viewing Lockerung für die Fußball-EM

In Göttingen darf gejubelt werden. Weil es in Biergärten zur Fußball-Europameisterschaft (EM) naturgemäß etwas lauter zugehen kann, gilt in der Stadt für die Dauer der EM eine Lockerung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG). Auch bei späten Spielen kann nun im Freien mitgefiebert werden.

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Genau wie bei der WM vor zwei Jahren wird es auch 2016 zur Fußball-EM wieder zahlreiche Möglichkeiten zum Freiluft-Public Viewing in Göttingen und der Region geben.

Quelle: Pförtner/Archiv

Göttingen. Fußball allein zu Hause auf dem Sofa schauen geht zwar, ist aber meist nur halb so unterhaltsam. Gemeinsam mit Freunden im Biergarten sitzen oder auf der Fanmeile stehen und das Spiel des heimischen Teams in passender Atmosphäre verfolgen, ist schon eher das Richtige. Dank einer Sonderverordnung zum BImSchG können die Göttinger die Spiele in ihrem Lieblingsbiergarten verfolgen. „Die Verordnung gilt auch in Göttingen“, stellt Detlef Johannson, Sprecher der Stadtverwaltung, in Aussicht. Auf deren Grundlage könnten Spiele der EM live und im Freien übertragen werden. Getroffen wurde eine solche Ausnahmeregelung zuletzt für die Weltmeisterschaft 2014. Die Verordnung für 2016 entsprich dieser in weiten Teilen.

Grund für die Lockerung sind vor allem die späten Anstoßzeiten vieler Spiele um 21 Uhr, die dann bis nach 22 Uhr dauern. Damit fallen sie in die vom BImSchG bestimmte Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr. Die Ausnahmeverordnung, die vom 10. Juni bis 10. Juli gilt, erlaubt nun Reduzierungen der Ruhezeiten. Allerdings gilt dies nur für Live-Übertragungen der EM-Spiele. „Zum Schutz der Nachtruhe müssen nach Beendigung des Spiels die Übertragung im Freien und der Biergartenbetrieb eingestellt werden“, stellt Johannson klar.

Seit 2006 gebe es regelmäßig Public Viewings in der Stadt. Bis auf Einzelfälle seien keine Verstöße oder Probleme zu beklagen gewesen. Besondere Kontrollen seien deshalb nicht geplant. „Wir werden uns aber einschalten, falls es Beschwerden gibt“, so Johannson. Fehlt nur noch der Anlass für den Jubel, aber den müssen die deutschen Fußballer liefern.

Auf die Lizensierung achten

Auch das Feiern der größten Erfolge muss im Rahmen bleiben. Was auf rechtlicher Ebene beim Public Viewing zur Fußball-Europameisterschaft (EM) zu beachten ist, erklärt Anwalt Alexander Schneehain im Tageblatt-Interview.

Tageblatt: Unter welchen Voraussetzungen darf ein Wirt EM-Spiele zeigen?

Schneehain : Der Wirt darf keinen Eintritt nehmen. Problematisch könnte es werden, wenn zusätzlich lokale Sponsoren in das Public Viewing integriert werden. Hier besteht die Gefahr, dass die Veranstaltung dann zu einem gewerblichen Zweck durchgeführt wird und die UEFA weitere Lizenzgebühren einfordert. Allerdings widerspricht dies dem deutschen Urheberrecht. Wenn Eintritt verlangt wird, ist die Veranstaltung nach deutschem Urheberrecht definitiv lizenzpflichtig gegenüber dem Veranstalter, in diesem Fall der UEFA.

Wann müssen Gebühren an die GEMA gezahlt werden?

Wenn der Gastwirt neben dem Bildsignal auch das Tonsignal der Spiele übertragen möchte, benötigt er eine GEMA-Lizenz. Diese kann online beantragt werden.

Worauf müssen Organisatoren sonst achten?

Ich warne dringend davor, Public Viewing-Veranstaltungen mit Eintrittsgeldern oder sonstigen Umlagen zu belegen, ohne eine Lizensierung durchzuführen. Es ist davon auszugehen, dass die UEFA auch in die kleinste Region Kontrolleure entsenden wird.

Gab es in der Vergangenheit Probleme in Göttingen?

Der Pay-TV-Anbieter Sky hat entgeltlich beschäftigte Mitarbeiter zum Probeschauen in Gaststätten entsendet. Das böse Erwachen kam hinterher: Sky hat unter Nachweis des Besuches (zum Beispiel durch Vorlage von Getränkequittungen) eine nachträgliche Lizensierung gefordert. Sehr schnell kommen hier 3.000 bis 5.000 Euro zusammen.

Interview: Finn Lieske

Sie wollen während der Fußball-EM ein Public Viewing anbieten oder wissen, wo man sich die Spiele öffentlich anschauen kann? Dann schicken Sie uns bitte Name und Adresse des Ortes sowie Informationen, welche Spiele gezeigt werden, an online@goettinger-tageblatt.de .

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