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Publikumsbefragung in Göttinger Kultureinrichtungen

Gut gebildet, weiblich, deutsch Publikumsbefragung in Göttinger Kultureinrichtungen

Wie setzt sich das Publikum in den institutionell von der Stadt Göttingen geförderten Kultureinrichtungen zusammen? Um Antworten auf diese Frage zu bekommen, hat die Kulturverwaltung vom Lehrstuhl für Marketing an der Uni Göttingen unter Leitung von Prof. Yasemin Boztuğ und Carsten Leo Demming sowie dem Landschaftsverband Südniedersachsen 2014 das Publikum befragt.

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Spricht wie das GSO und das Jazzfestival ein wohlhabenderes Publikum an: der Göttinger Knabenchor.

Quelle: Heller

Göttingen. Knapp 5600 Gäste in 16 Einrichtungen, die mit der Stadt einen Zuwendungsvertrag abgeschlossen haben, sind befragt worden. Das sind: Apex, DT, Knabenchor, Literaturherbst, GSO, Jazzfestival, JT, KAZ, Künstlerhaus, Kunstverein, Literarisches Zentrum, Lumière, Musa, Rockbüro, Stadtbibliothek und der Fachdienst Kultur mit dem Kultursommer und den Figurentheatertagen.

In einer erste Analyse hat Boztuğ sieben Hauptergebnisse erarbeitet: Die untersuchten Kulturangebote erreichten vor allem „gut gebildete, weibliche Personen mittleren bis höheren Alters mit deutschem Sprachhintergrund“. Im Vergleich zu der Göttinger Gesamtbevölkerung falle der hohe Anteil des Publikums mit akademischen Bildungsabschluss auf. Diesen hatten 56 Prozent der Befragten. In der Göttinger Gesamtbevölkerung liege dieser Anteil aber nur bei 18 Prozent. In der Stichprobe waren Frauen leicht überrepräsentiert (63 Prozent in der Gesamtbefragung zu 51 Prozent in der Göttinger Gesamtbevölkerung).

Weiterhin gebe es in der Stichprobe gegenüber der Gesamtbevölkerung einen hohen Anteil an älteren Personen ab 51 Jahren (43 Prozent bei der Befragung zu 32 Prozent Göttinger in der Gesamtbevölkerung). Nur sieben Prozent der Befragten gaben an, eine andere Sprache als Deutsch im Elternhaus zu sprechen oder gesprochen zu haben.

Das Publikum in den Einrichtungen unterscheide sich, so Boztuğ, vor allem nach Sparten. Während die Bildende Kunst eher ein älteres Publikum anspreche, überwögen beim Film- und Theaterpublikum Besucher mittleren und jüngeren Alters. Bis auf wenige Ausnahmen kämen etwa zwei Drittel des Publikums aus dem Göttinger Stadtgebiet. Im Durchschnitt kommen etwa noch 17 Prozent aus dem Kreis Göttingen hinzu.

Ein weiteres Ergebnis: Vor allem die Institutionen Knabenchor, Jazzfestival und GSO sprechen ein Publikum mit hohem Haushaltsnettoeinkommen an. Zwischen 37 und 45 Prozent der Befragten gaben hier an, über ein monatliches Nettoeinkommen aller Haushaltsmitglieder von mehr als 3600 Euro zu verfügen.

Nur 24 Prozent der Göttinger Gesamtbevölkerung verfügt über ein so hohes Einkommen. Für Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck zeichnen sich nach dieser ersten Analyse drei Aufgaben ab: mehr Migranten, mehr junge Menschen und mehr Menschen mit geringerem Einkommen mit dem Göttinger Kulturangebot zu erreichen. Eine detailierte Analyse der Umfrage soll nach der Sommerpause vorliegen.

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