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Putzen, kochen und bügeln in fremder Familie

Dorfhelferinnen Putzen, kochen und bügeln in fremder Familie

Liebevoll blickt Maria Lübberink der kleinen Sophie über die Schulter, als die Fünfjährige eine bunte Landschaftsszene aufs Papier malt. Eben hat sie noch die Hose von Sophie und zwei Hemden von Sophies Vater Henning Timmermann gebügelt. Und bald wird sie mit den Vorbereitungen für das Abendessen beginnen.

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„Die ist ganz lieb“, sagt Sophie: Ersatz-Mama Maria Lübberink im Dorfhelferinnen-Einsatz. Rechts Vater Henning Timmermann.

Quelle: Hinzmann

Aber: Maria Lübberink ist nicht die Mutter von Sophie und von Schwesterchen Clara. Auch nicht die Ehefrau von Vater Henning. Und sie hat üblicherweise mit dem Timmermannschen Hof in Güntersen nicht das Geringste zu tun. Sie kommt auch gar nicht aus der Region: Maria Lübberink ist Dorfhelferin.

Sophie und Claras Mutter Astrid ist zur Kur. In den vier Wochen ohne Frau im Haus erledigt Lübberink alles rund um Haushalt und Kinderbetreuung. Ehemann Henning Timmermann würde das nicht schaffen: Der landwirtschaftliche Betrieb verlangt von ihm in diesen Wochen vollen Einsatz.

Seit einem halben Jahr ist Lübberink als Dorfhelferin im Einsatz. Das allerdings nicht unvorbereitet: Voraussetzungen für den Job sind eine fünfjährige Fachausbildung und eine einjährige Tätigkeit als Hauswirtschafterin, Praktika in den Bereichen Kindergärten, Säuglingspflege, Seniorenbetreuung und einiges mehr. Als ihr jüngerer Bruder geboren wurde, sagt die 23-Jährige, sei auch in ihrem Elternhaus eine Dorfhelferin gewesen: „Das wollte ich dann auch selber machen.“

Die Liste der Aufgaben der Dorfhelferinnen ist lang: Wickeln, Füttern, Fahrten zum Kindergarten, Basteln, Spielen, Hausaufgaben überwachen, Einkaufen, Backen, Kochen, Wäschepflege, Putzen, Hilfe im landwirtschaftlichen Betrieb, Gartenarbeit, bei Behinderten oder Älteren Hilfe bei der Körperpflege, Spazierengehen oder Vorlesen – auf all dies und mehr sind die Dorfhelferinnen vorbereitet. In der Regel sind sie täglich acht Stunden für die Familie da.

Bedingung für den Dorfhelferinnen-Einsatz: „Kinder müssen da sein“, sagt Almut Wellhausen, Vorsitzende des Landfrauenvereins und Ansprechpartnerin vor Ort. In die Bewältigung des Familien-Betriebes würden auch gerne die Großeltern mit eingespannt.

Und: Die Dorfhelferinnen helfen nicht nur auf dem Dorf aus. Auch wenn in der Stadt ein Elternteil ausfällt, der sich üblicherweise um Kinder und Haushalt kümmert, kann der Service in Anspruch genommen werden. Informationen über die Dorfhelferinnen sind bei Einsatzleiterin Birgit Steinmeier unter der Telefonnummer 0 57 46 / 82 94 erhältlich.

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