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Quecksilber-Vergiftung: 44-Jähriger legt in Göttingen Geständnis ab

„Jetzt bringe ich sie um!“ Quecksilber-Vergiftung: 44-Jähriger legt in Göttingen Geständnis ab

Mit einem rückhaltlosen, dennoch schwer glaubhaften Geständnis hat der 44 Jahre alte Immobilienkaufmann Christian K. den versuchten Mord an seiner früheren Frau zugegeben. Vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts räumte er am Montag ein, seine damalige Ehefrau im Sommer 2014 zunächst mit Bleiacetat im Wein krank gemacht zu haben, „um ihr dann zu zeigen, dass ich für sie da bin“.

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Rückhaltloses Geständnis abgelegt: Angeklagter Christian K. vor dem Schwurgericht Göttingen.

Quelle: dpa

Göttingen/Eddigehausen. Als sie sich dennoch trennte und er das gemeinsame Haus in Eddigehausen verlassen musste, habe er sich gesagt: „Jetzt bringe ich sie um!“

 

Mit den Worten „vielen Dank“ begann und endete der 44-Jährige ein Geständnis, während dessen er sich durchgängig an die Mikrofonanlage klammerte.  Es sei der erste Schritt zu verarbeiten, was er getan habe, sagte er. Er habe die Achtung vor sich selbst verloren, und es gebe „keine angemessene Form der Entschuldigung“.

 
Der eloquente Immobilienkaufmann, der für ein ehemaliges Staatsunternehmen arbeitete, mehr als 200 000 Euro im Jahr verdiente und etliche Mietshäuser besitzt, schilderte den laut Anklage heimtückischen Mordanschlag mit Blei und Quecksilber als anfänglichen Versuch, seine „große Liebe auf den ersten Blick“ für sich zu behalten. Mit einer früheren Freundin hat der 44-Jährige eine heute achtjährige Tochter; mit seiner Frau konnte er keine gemeinsamen Kinder bekommen. Daran habe  sich die Beziehung entfremdet. Als sie sich trennen wollte, sei er auf die Idee gekommen, sie krank zu machen. Detailliert beschreibt er dem Gericht, wie er Bleigeschosse seiner Munition (er ist Sportschütze), zu Bleiacetat verarbeitete und ihr das daraus gewonnene Pulver in ihre Lieblingsweine, in Suppen und Nahrungsmittel mischte. Der Plan funktionierte;  er habe sie täglich im Krankenhaus besucht. Er habe „gewollt, dass sie dankbar ist“.
Dann sei der Brief vom Scheidungsanwalt gekommen – „der Moment, als ich das Gefühl für Recht und Unrecht verloren habe“.  Er habe sich gesagt: „Jetzt bringe ich sie um!“

 
Schon vorher – jedoch, wie er betont, ohne es einsetzen zu wollen – habe er sich Quecksilber aus Schaltgeräten beschafft.  Das habe er auf Spritzen gezogen und im von ihr bewohnten Haus in Eddigehausen in Schlafzimmer, Büro und Bad auf Heizkörpern, in Toaster, Backofen und der Lüftung ihrer Autos ausgebracht. Dass er auch Säfte, die er der Kranken ins Krankenhaus brachte, vergiftet habe, bestreitet der Angeklagte jedoch.

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