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Nackt in der Südsee

Leo Bartsch bei „Adam such Eva“ Nackt in der Südsee

Leo Bartsch aus Bernshausen im Eichsfeld ist auf der Suche nach der großen Liebe. Die sucht sie hüllenlos auf einer fast einsamen Südsee-Insel – begleitet von einem Kamerateam, das sie dabei für die RTL-Show „Adam sucht Eva“ filmt. Dem Göttinger Tageblatt verriet sie ihre Beweggründe.

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Leonora "Leo" Bartsch

Quelle: R

Göttingen/Bernshausen. Warum machen Sie bei der RTL-Show „Adam sucht Eva“ mit?

Ich bin grundsätzlich ein sehr neugieriger Mensch und versuche, allem gegenüber offen zu stehen, mich nicht durch Konventionen einschränken zu lassen und Möglichkeiten, die sich mir bieten, anzunehmen, wenn sie zu mir und in mein Leben passen. Als die Anfrage für „Adam sucht Eva“ kam, hatte ich sofort ein positives Gefühl, denn ich finde das Format spannend und es beinhaltet viele Dinge, mit denen ich mich identifizieren kann: interessante Begegnungen, ein aufs Einfachste herunter gebrochenes Leben an einem wunderschönen, exotischen Ort, ein Abenteuer. Da ich absolut kein Problem mit Nacktheit habe, sehr frei erzogen wurde und außerdem nichts moralisch Verwerfliches an der Sendung finden konnte, habe ich mich, natürlich nach reiflicher Überlegung und Beratung mit meinen engsten Vertrauten, für eine Teilnahme entschieden.

Der Sender bezeichnet die Show als Sozialexperiment und verweist darauf, dass sich die Kandidaten beim Kennenlernen vorurteilsfrei auf den Charakter des Gegenüber und das eigene Gefühl konzentrieren können. Steht aber nicht viel mehr der nackte Körper im Mittelpunkt der Wahrnehmung und verändert diese?

Das kann ich so nicht bestätigen. Ich glaube, dass es ein großes Problem in unserer Gesellschaft ist, dass nackte Körper sexualisiert werden, obwohl nackt zu sein doch in erster Linie etwas sehr Pures, Unschuldiges ist. Sexualisierung von Nacktheit und Objektivierung von nackten, meist weiblichen Körpern stehe ich durchaus kritisch gegenüber. Lässt man also einmal all das weg, kommt man eben wieder bei der Natürlichkeit an, und wenn eben alle nackt sind, ist es auch nichts Besonderes mehr, es verliert seinen Reiz. Meines Erachtens kann man dann viel schneller den wahren Charakter eines Menschen ergründen, denn alles Oberflächliche fällt weg, es ist nicht möglich, sich zu verstellen, für mich geht das Experiment auf.

Glauben Sie, dass aus einer solchen Sendung tatsächlich eine ernsthafte Beziehung entstehen kann?

Ich glaube, dass aus jeder Begegnung eine ernsthafte Beziehung entstehen kann, wenn sich die beiden richtigen Menschen treffen. Das kann im Supermarkt passieren, auf Single-Plattformen im Internet oder eben auch in einer TV-Sendung – ich denke, man darf das alles nicht so verbissen sehen. Einen „richtigen“ Weg gibt es doch in der Liebe nicht.

Leo Bartsch auf der Insel

Leonore Bartsch, genannt Leo, war von 2008 bis 2012 Frontfrau der Popstars-Casting-Band „Queensberry“. Seitdem widmet sie sich unterschiedlichen Solo-Projekten. Die Sängerin wuchs in Bernshausen in Seeburg auf und machte am Göttinger Felix-Klein-Gymnasium Abitur.
In der RTL-Show „Adam sucht Eva“ wird Leo am Sonnabend, 1. Oktober um 22.15 Uhr auf der „Insel der Versuchung“ stranden. Dort trifft sie an sieben Abenden auf elf Normalo- und sechs Promi-Singles, unter anderem auf „Richter Gnadenlos“ Ronald Schill, Moderator Peer Kusmagk und Ex-Tennisprofi Daniel Köllerer. Ohne Luxus und ohne Kleidung sollen sie sich dort ganz auf das Kennenlernen konzentrieren. Dabei sollen sich Pärchen finden. Die Sendung wurde im Mai und Juni auf dem Tikehau-Atoll in der Südsee gedreht.

Was glauben Sie, wie Ihre Teilnahme in Ihrer alten Heimat, dem Eichsfeld, aufgenommen wird?

Auch wenn ich schon seit knapp zehn Jahren nicht mehr in Bernshausen wohne, ist das Eichsfeld meine Heimat, der ich mich sehr verbunden fühle. Schon seit ich mit 17 das erste Mal im Fernsehen zu sehen war und während der gesamten Jahre bei Queensberry, sowie nach meinem Ausstieg und der Zeit bei meinem letzten Projekt „Resaid“ habe ich immer ausnahmslos die größte Unterstützung und stets Zuspruch von den Menschen aus der Region erfahren, wofür ich extrem dankbar bin. Ich hoffe, dass nun auch alle meiner Teilnahme bei „Adam sucht Eva“ offen gegenüber stehen und bin überzeugt, dass das Eichsfeld gar nicht so konservativ ist, wie es der Gegend nachgesagt wird.

Wie beurteilen Sie die anderen Kandidaten?

Ich "beurteile" generell keine Mitmenschen und möchte mich auch in Zukunft daran halten, niemanden zu verurteilen, für das was man ist, wie man aussieht, was man erlebt hat. Sicherlich ist das nicht immer einfach, denn auch ich erwische mich dabei, wie ich von Vorurteilen eingeholt werde, jedoch versuche ich in jedem Menschen immer das Gute zu sehen und auch fremden Personen immer mit einem offenen Herzen zu begegnen.  

Wie beurteilen Sie die Insel als geeigneten Ort, um jemanden kennenzulernen?

Natürlich ist eine einsame Insel ein außergewöhnlicher Ort um jemanden kennen zu lernen und Kameras machen die Situation noch außergewöhnlicher. Dennoch ist es absolut traumhaft eine Zeit an einem solchen Ort zu verbringen zu können und auch als "Dating"-Ort toll - zum einen gibt es nichts, was ablenken könnte, kein Internet, um den Gegenüber kurz zu googeln zum Beispiel, zum anderen ist es natürlich einfach wunderschön, die Sonnenuntergänge anzuschauen, abends am Feuer zu sitzen oder morgens erstmal eine Runde im Meer zu schwimmen und man lernt sich gut kennen, wenn man den Insel-Alltag zusammen meistern muss. Allerdings kann man sicher eine einsame Insel als eine Art Heterotopie bezeichnen und muss schauen, was passiert, wenn man zurück im richtigen Alltag ist. 

Auf Ihrer Homepage wurde die Teilnahme unter anderem mit "Single sein ist das schönste was es gibt. Denn Freunde sind 1000 mal besser als jeder Typ." kommentiert. Was sagen Sie dazu?

Ich persönlich kann dem Single-Dasein nicht sehr viel abgewinnen, sondern sehne mich ganz im Gegenteil schon sehr lange nach einer ernsthaften Partnerschaft. Ich kann auch sehr gut alleine sein und bin zufrieden mit meinem Leben, wünsche mir aber einen Gefährten. Zudem schließt eine Beziehung ja keineswegs andere Freundschaften aus. Ich bin ein absoluter Familienmensch, mein kleiner Neffe ist die Nummer 1 für mich und ich habe einen sehr engen Freundeskreis, daran würde sich auch nichts ändern, wenn sich mein Beziehungsstatus ändert. Ich finde den Kommentar einfach nicht sehr durchdacht, aber akzeptiere jede Meinung.  

Sie haben ja als Außenstehende bereits Einblick in eine Realityshow von RTL gehabt, als Sie ihre Bandkollegin Gabby zum Dschungelcamp begleiteten? Hat diese Erfahrung zu Ihrer Entscheidung beigetragen?

Ich habe meine Karriere bereits mit einem Reality Format begonnen, Popstars ist letzten Endes auch eine Reality-Doku-Soap, und über die Jahre viel Einblick in die deutsche Fernsehlandschaft erhalten - mein Einblick als Begleitung von Gabby in Australien hat meine Entscheidung nicht beeinflusst, da man beide Formate kaum miteinander vergleich kann. Meine Reise nach Australien hatte ausschließlich freundschaftliche Hintergründe. 

Wäre für Sie das Dschungelcamp ebenfalls ein Option?

Ich denke man sollte niemals "nie" sagen, weil oft alles anders kommt als man denkst, das ist etwas, was ich in den letzten Jahren gelernt habe. Es gibt aber keine konkreten Pläne, ich bin selber gespannt, was das Leben noch alles für mich bereit hält. 

Was passiert in nächster Zukunft musikalisch?

Zur Zeit schreibe ich viele Lieder mit meiner Gitarre, gerade auf Reisen finde ich sehr viel Inspiration. Es ist ein großes Privileg für mich, mich durch Musik ausdrücken zu können und meine Geschichten erzählen zu dürfen. Ob dabei nur 10 Leute am Lagerfeuer in Frankreich zuhören oder ich vor einem großen Publikum singe, spielt dabei für mich nicht so eine große Rolle. Meine Teilnahme bei "Adam sucht Eva" hat also keinerlei Promotion Hintergründe für mich - ich schreibe im Herbst meine Bachelorarbeit in Literaturwissenschaft, plane eine Weltreise nach Abschluss des Studiums, arbeite in einer PR-Agentur in Berlin, singe hier auch einmal im Monat im The Pearl und verlasse mich darauf, dass die Musik mich immer begleiten wird, in welcher Form auch immer. Wer sich für meine Reisen interessiert, darf gern auf meinem Blog nakedandalive.com vorbei schauen, da gibt es sicherlich auch ab und zu neue Musik von mir zu hören. 

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