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Quoten in Umland teils deutlich höher als in Göttingen

Teenagerinnen als Mütter Quoten in Umland teils deutlich höher als in Göttingen

Herzogin Elisabeth von Calenberg-Göttingen (1510-58), die in Südniedersachsen die Reformation einführte, bekam ihr erstes Kind im Alter von 15 Jahren. Den Thronfolger Erich II. gebar sie im Alter von 17 Jahren. Heute, unter gewandelten gesellschaftlichen Bedingungen, gelten solche Teenager-Schwangerschaften als problematisch.

Wenn die Mütter sehr jung sind, können die Folgen ein Abbruch der Schule oder der Ausbildung oder ein Nicht-Einstieg ins Berufsleben sein.

In Niedersachsen wurden nach Angaben des Landesbetriebes für Statistik 2008 knapp 2200 Kinder geboren, deren Mütter jünger als 20 Jahre waren. Bundesweit waren es rund 21800 Kinder, das entspricht einem Anteil von 3,2 Prozent aller in dem Jahr geborenen Kinder. Niedersachsen liegt mit 3,3 Prozent etwas über diesem Schnitt, aber deutlich unter dem der ostdeutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern (5,4 Prozent) und Sachsen-Anhalt (5,8 Prozent). Geringe Quoten haben dagegen Baden-Württemberg (2,1 Prozent) und Bayern (2,2 Prozent).

Auch auf regionaler Ebene stellt der Landesbetrieb für 2008 Daten zur Verfügung. Dabei wird die Sonderstellung Göttingens deutlich: Während die Mutterschaft sehr junger Frauen oft auch ein städtisches Problem ist, liegt der Anteil der Kinder dieser Mütter an der Gesamtzahl der Neugeborenen bei lediglich 1,5 Prozent. Deutlich höher liegt die Quote etwa in Oldenburg (3,9), Cuxhaven (4,8), Wilhelmshaven (5,3), Nordenham (6 Prozent) oder Brake/Unterweser (7,1 Prozent).

Auch in den Göttinger Umlandgemeinden liegen die Quoten deutlich höher als im Oberzentrum, so etwa in Dransfeld (4,7 Prozent), Bovenden (4,6 Prozent), Gleichen (4,5 Prozent). Ebenfalls relativ niedrige Quoten weisen Radolfshausen (0 Prozent), Hardegsen (1,5 Prozent), Nörten-Hardenberg und Staufenberg (jeweils 1,6 Prozent) auf.
Die Daten sind allerdings nur bedingt aussagekräftig, da häufig sehr geringe absolute Zahlen zu Grunde liegen. Die hohe Quote in Dransfeld kommt etwa dadurch zustande, dass unter 64 Neugeborenen drei Kinder von Müttern unter 20 Jahre waren. Umgekehrt hätte bei der 0-Prozent-Gemeinde Radolfshausen bereits ein Kind einer Teenagerin unter den 52 Neugeborenen zu einer Quote von 1,9 Prozent geführt.

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