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Rätsel um rotes M bei Reyershausen

Geheimnisvolle Skulptur Rätsel um rotes M bei Reyershausen

Ein M gibt den Reyershäusern Rätsel auf. Kurz vor Weihnachten entdeckte Emil Kratzat den ominösen Buchstaben, menschengroß, leuchtend rot, auf dem Rückstandsberg der Kalihalde. Die Fundamente sind einbetoniert. Der Boden sei extra dafür abgetragen worden, sagt die Mutter, Sabine Kratzat. „Das war eine richtige Aktion“, vermutet sie. Eine Aktion auf gesperrtem Gelände.

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Geschwungenes M bei Reyershausen: Wer es installiert hat, ist unklar.

Quelle: Lawrenz

Reyershausen. Wo der Großbuchstabe steht, dürfen Menschen nicht hin. Zu groß ist auf dem Berg die Einsturzgefahr wegen vielleicht ausgespülter Gänge.

Zu sehen ist das Kunstwerk nur von wenigen Orten aus. „Man sieht es aus der Ferne oder wenn man hingeht“, beschreibt Emil Kratzat die Möglichkeiten. Er habe es bei schönem Wetter von der Straße aus, die zur Burg Plesse führt, entdeckt: „Es funkelte richtig“, sagt der Jugendliche, der oft mit dem Fotoapparat unterwegs ist. „Erst dachte ich, es ist eine Baumaschine.“ Dann sei er dem Funkeln nachgegangen. Weil mehr Dorfbewohner darüber staunten, ist das M inzwischen zum Dorfgespräch geworden.

„mind & matter / of the manifest / of mankind / micro meetz macro” steht in erhabenen Druckbuchstaben darauf geschrieben. Und „monument / oft the / momentum / of / middle / momentz / FZA“. Das Erstaunliche ist, dass zunächst keiner erklären kann, was das bedeutet. Viele hatten das rote M nicht einmal wahrgenommen. Doch seit die Skulptur im Dorf Gespräch ist, hätten sie sich viele angeschaut, erzählt die Reyershäuserin Anne Riemann. Mancher vergleicht es mit dem blauen Männchen, das im November auf dem Duderstädter Stadtwall entdeckt wurde.

„Es hat mit zwei Sternenkindern zu tun“

Einer scheint aber zu wissen, was viele nicht ahnen. „Es hat mit zwei Sternenkindern zu tun“, erklärt der Tischler Georg Zurhorst. Als Sternenkinder werden Säuglinge bezeichnet, die vor, während oder nach der Geburt sterben. Die Form der Skulptur sei an die Lebenslinie oder einen roten Faden im Leben angelehnt. Gemunkelt werde, dass der Schriftzug FZA etwas über den Urheber der Skulptur verrate.

Der sei freischaffender Künstler, der sich noch nicht outen wolle, verrät der Tischler. Den Buchstaben M habe der Schöpfer gewählt, weil er im Alphabet in der Mitte stehe. Womöglich als Namen der Sternenkinder sind  in Schreibschrift „Mateo“ und „Madita“ auf dem roten Mahnmal hervorgehoben. Zurhorst glaubt, dass das M aus Epoxidharz hergestellt wurde. Das sei ein relativ leichtes Material. Daher könne die Skulptur auch ein Einzelner an seinem Platz verankert haben.

Die Reyershäuser jedenfalls haben das rätselhafte rote M jetzt schon lieb gewonnen. „Wir möchten nicht, dass es wieder abgerissen wird“, sagt Riemann.

Von Ute Lawrenz

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