Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Rasende Kontrolleure im Auftrag des Landkreises

Polizist filmt mobilen Blitzer Rasende Kontrolleure im Auftrag des Landkreises

Eigentlich sollen sie im Auftrag des Landkreises Raser auf den Straßen der Region blitzen und diese bei Geschwindigkeitsübertretungen zur Kasse bitten. Doch die Kontrolleure halten es selbst mit der Einhaltung von Geschwindigkeitsbeschränkungen auch nicht immer so genau.

Voriger Artikel
Für Diebstahl Lkw geliehen
Nächster Artikel
„Super Sommertage sind vorbei“

Für den Landkreis zu schnell unterwegs: Opel Zafira.

Quelle: EF

Göttingen. Dies legen zumindest Videoaufnahmen nahe, die dem Tageblatt vorliegen. Die fünf Videosequenzen zeigen einen silberfarbenen Opel Zafira mit dem Göttinger Kennzeichen GÖ-M 8239. Sie sind am Donnerstag, 1. Juli, gegen 6.15 Uhr auf der Landstraße 569, Duderstädter Landstraße, entstanden. Aufgenommen hat sie der Polizeibeamte Axel F. (Name der Redaktion bekannt) aus seinem Privatwagen außerhalb seiner Dienstzeit. Deutlich ist auf den Videos die Blitzanlage im Heck des Opels zu sehen. Kreisdezernentin Christel Wemheuer bestätigt auf Tageblatt-Anfrage, dass es sich bei dem Fahrzeug um den mobilen Blitzer der Landkreises handelt. Das Kennzeichen sei eines der vom Landkreis verwendeten Wechselkennzeichen.

Auf der knapp acht Kilometer langen Strecke zwischen dem Ortsausgang Göttingen und dem Ortseingang Benniehausen mit zahlreichen Abschnitten, auf denen 70 Stundenkilometer vorgeschrieben sind, und einer Ortsdurchfahrt, hält sich der Fahrer des Opels zumindest auf den Videoaufnahmen nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkungen. Am Abzweig nach Diemarden etwa fährt der Landkreis-Opel nach Axel F.s Angaben 80 Stundenkilometer statt erlaubten 70. F. kommentiert: „Innerhalb der Stadt ist er eben auch schon 70 gefahren.“ Vor der Abzweigung nach Klein Lengden rauschen die Kontrolleure mit 100 Stundenkilometer in die 70er-Zone auf der Umgehungsstraße, bremsen spät ab und bleiben „auf jeden Fall zehn Stundenkilometer zu schnell“. Nur um dann im leichten Gefälle zur Historischen Spinnerei Gartetal wieder die 90 Stundenkilometer zu erreichen. 20 mehr als erlaubt. Auch die Geschwindigkeitsbegrenzung innerhalb Benniehausens wird komplett ignoriert. „Ortsschild. Ich fahre 80. Er auch. Immer noch 70. Über 70 sogar. Ortsausgang. Er gibt Gas“, kommentiert Axel F.

Der Erste Kreisrat Franz Wucherpfennig hält die Videos indes für „ungeeignet“, einen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung zu belegen. „Auf den Videos sind für mich keinerlei geeichte Messdaten ersichtlich, die belastbar mit dem Bildmaterial in Verbindung gebracht werden könnten“, schreibt Wucherpfennig in einer schriftlichen Stellungnahme an das Tageblatt. In der Tat sind auf den Aufnahmen keine Instrumente, wie etwa ein Tachometer zu sehen. Polizist F. bekräftigt auf Anfrage gegenüber dem Tageblatt seine Kommentare auf den Videoaufnahmen.

Und auch Kreisrat Wucherpfennig bestätigt, dass an dem angegebenen Tag ein Mitarbeiter des Landkreises für eine Verkehrsüberwachung im östlichen Kreisgebiet im Einsatz war. Wucherpfennig weiter: „Die mit Außendienstaufgaben betrauten Bediensteten der Kreisverwaltung sind sich in Kenntnis der Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben darüber bewusst, dass bei Dienstfahrten die Straßenverkehrsordnung zu beachten ist. Dies gilt insbesondere für Mitarbeiter, die mit der Geschwindigkeitsüberwachung beauftragt sind.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen