Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Rassismus-Eklat im Göttinger Studierenden-Parlament

Koalition bricht auseinander Rassismus-Eklat im Göttinger Studierenden-Parlament

Eigentlich war alles schon abgesprochen bei der konstituierenden Sitzung des Studierendenparlaments am Donnerstag. Die Koalition aus ADF (Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Fachschaften), RCDS (Ring Christlich Demokratischer Studenten) und der Hochschulgruppe der Satirepartei Die Partei war beschlossene Sache. Die Kandidaten der Koalition für den Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA) mussten nur noch die langwierige Fragerunde der linken Opposition überstehen und dann von der knappen Koalitionsmehrheit gewählt werden.

Voriger Artikel
Anliegerversammlung zum Ausbau des Göttinger Greitwegs
Nächster Artikel
Göttingen – Hochburg des Ladendiebstahls
Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. So einfach lief es dann aber doch nicht. Bereits bei den Wahlen des Präsidiums des Studierendenparlamentes geriet die Koalitionsdisziplin mächtig ins Wanken. Als erste stellvertretende Präsidentin wurde mit 29 Stimmen überraschend Vivien Bohm (Grüne Hochschulgruppe) gewählt – demnach muss es vier Abweichler aus den Reihen der Koalition gegeben haben.

Die Partei hatte inzwischen noch an ganz anderen Fronten zu kämpfen. Über die sozialen Netzwerke wurde die Absicht, in eine Koalition mit dem RCDS einzutreten, publik – selbst für die Satirepartei ein Tabubruch. Neben Kritik von Partei-Gruppen aus ganz Deutschland, fühlte sich selbst Chef-Satiriker und Parteivorsitzender Martin Sonneborn genötigt, via Facebook mitzuteilen, dass ihm das gar nicht gefalle.

Unterdessen kam es bei der Befragung des alten AStA zu einem Rassismus-Eklat. Als die scheidende AStA-Vorsitzende Elena Hammoud berichtete, dass während ihrer Amtszeit ein AStA-Kollege geäußert habe, sie könne sich ihre „Pflicht in ihren islamischen Arsch schieben“, sorgte dies in den Reihen des RCDS für Belustigung. Im darauf folgenden Tumult ruderte der RCDS zwar zurück, aber der Schaden war bereits da. „Insbesondere die Fraktionen, die mit dem RCDS erneut eine AStA-Koalition eingehen wollen, sollten sich überlegen, ob dieses Verhalten ihrem Verständnis von Demokratie und Toleranz entspricht“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Jusos.

Infolgedessen wurde die Sitzung um 1 Uhr nachts vertagt – ohne gewählten AStA. Die Partei ist sich mittlerweile gar nicht mehr so sicher, ob sie wirklich mit dem RCDS koalieren will.

Von Benni Köster

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“