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Klares Votum: Rat stimmt für Sanierung

Stadthalle Göttingen Klares Votum: Rat stimmt für Sanierung

Die Stadthalle Göttingen wird saniert. Das hat der Rat der Stadt am Freitag mit der Mehrheit von 28 Ja-Stimmen bei 16 Nein-Stimmen beschlossen. Ein Abriss der Halle und ein Neubau sind damit vom Tisch. Vorangegangen war der Entscheidung erneut eine lange Debatte.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Auch eine Erweiterung durch einen Anbau sieht der Beschluss nicht vor. Allerdings soll parallel ein städtebaulicher Rahmenplan für das nähere Umfeld erarbeitet werden - vor allem für den Albaniplatz. Nach bisherigen Berechnungen soll die Sanierung etwa 19,5 Millionen Euro kosten.

Vor der Entscheidung hatte Stadtbaurat Thomas Dienberg noch einmal für eine Sanierung geworden: Die in weiten Teilen marode Halle sei „auf Herz und Niere“ geprüft worden. Dabei habe sich gezeigt, dass ihre eigentliche Bausubstanz in Ordnung ist. Alle seien sich zudem einig, dass die Stadthalle am richtigen Standort sehe. Es habe sich auch gezeigt, dass eine vergleichsweise teure Erweiterung wenig Zusatznutzen bringe. Und es sei gutachterlich geklärt, dass es keinen weiteren Raumbedarf für Kongresse gebe. Hinzu komme, dass diese Varianten für die Stadt finanzierbar sei – „ein Neubau wäre deutlich teurer“.

Argumente, die auch für die SPD entscheidend sind. Unter diesen Bedingungen sei es falsch, mit Neubauwünschen Luftschlösser zu errichten, sagte Sylvia Binkenstein. Zudem müsse der Rat auch andere Kulturinteressen berücksichtigen und die Finanzmittel entsprechend ausgeglichen einsetzen. Wenn es dennoch gelinge, die Blechwüste vor der Halle sinnvoll umzugestalten, sei der eingeschlagene Weg der richtige.Auch der Grünen-Abgeordnete Ulrich Holefleisch sieht keinen Grund, die Halle „ohne Not“ zu erweitern, unnötig viel Geld auszugeben und mit Gewalt etwas anderes zu bauen, obwohl die meisten Göttinger ihre Halle lieben wie sie ist.

Er rechne zwar damit, dass die Sanierung 25 Millionen Euro kosten werde, erklärte Gerd Nier für die Göttinger Linken, dennoch stimme seine Fraktion dafür. Auch, weil ein Neubau mehr Zeit in Anspruch nehmen würde - „aber die Zeit drängt“, so Nier. Vor allem die Nutzer und Veranstalter müssten endlich erfahren, ob und wie es weiter geht.

Das sieht die CDU anders. Sie sei zwar nicht grundsätzlich gegen eine Sanierung, betonte Ratsfrau Carina Hermann. Es sei aber „grob fahrlässig“, darüber zu entscheiden, wenn nicht alle denkbaren Varianten ausreichend geprüft werden. Genau das werfen die Christdemokraten der Verwaltung vor. Es gebe keine Berechnung für einen Neubau. Erforderliche Ausgaben, unter anderem für neue Stühle und eine Küche, seien bei den Kalkulationen nicht bedacht worden – andere Finanzierungsmodell ebenso wenig. Fragen, die Dana Rotter in ähnlicher Form für die Piraten vortrug. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Ratsherr Tom Wedrins (beide SPD) wiesen die Vorwürfe zurück. Dabei listeten sie Gutachten, Prüfungen und Bürgerrunden seit 2012 auf.

Die FDP setzte sich „ganz klar für einen Neubau ein“. Nur so eine spürbar besser funktionelle Ausstattung möglich, ergänzte Felicitas Oldenburg. Zugleich forderte sie ein zweites Gutachten zum Sanierungsbedarf und zu den Kosten. „Ein Neubau sei schon deshalb besser, weil Göttingen etwas Besseres verdient hat“, erklärte Helena Ardt für die Spaßpartei „Partei“.

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