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Uhus retten statt Hunde verschenken

Rat von Nabu Uhus retten statt Hunde verschenken

Mit Sicherheit befinden sich auch in diesem Jahr unter manchen Weihnachtsbäumen in der Region lebendige, vierbeinige Geschenke. Zwar werden dem Göttinger Naturschutzbund (Nabu) zufolge mittlerweile weniger Tiere verschenkt, aber das Problem bleibt bestehen.

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Sehen zwar süß aus, sollten aber nicht zu Weihnachten verschenkt werden: Hundewelpen.

Quelle: Daniel Karmann/dpa

Göttingen. „Jedes Jahr das Gleiche“ klagt Uwe Zinke, Vorsitzender des Göttinger Nabu. Besonders mit Beginn der Ferienzeit im Folgejahr würden in hiesigen Tierheimen vermehrt Tiere abgegeben, die einst ein unbedachtes Weihnachtsgeschenk waren. Andere Tiere werden hingegen einfach ausgesetzt: Dem Landkreis würden immer wieder Reptilienfunde, beispielsweise Schildkröten, gemeldet, teilte dessen Sprecher Ulrich Lottmann mit. Eine Einschätzung, die Zinke bestätigen kann: „Sie glauben gar nicht, was am Göttinger Kiessee los ist.“

Das kann durchaus zum Problem werden: Exotische Tiere bedeuten für die heimische Natur ein Problem, sagt Bärbel Rogoschik, Leiterin des Nabu-Artenschutzzentrum Leiferde bei Gifhorn. Sie könnten zur ökologischen Belastung für die heimische Tierwelt werden und angestammte Arten durch Konkurrenz verdrängen oder durch eingeschleppte Krankheiten dezimieren.

Unverantwortlich: Tiere verschenken

„Ich finde es unverantwortlich, wenn ein Kind ein Tier geschenkt bekommt“, sagt Zinke deshalb. Schließlich handele es sich um Lebewesen und nicht um Spielzeuge. Und wenn man unbedingt ein Tier verschenken wolle, solle man auf jedem Fall dem Kind klarmachen, dass es dann auch Verantwortung übernehmen müsse. Besonders bei Schildkröten entpuppt sich das allerdings oft als langfristige Aufgabe - diese würden verschenkt, und „dann bemerken die Leute, wie alt die Tiere werden“, sagt Zinke.

Allerdings glaubt Zinke auch, dass die Sensibilität für das Thema in den vergangenen Jahren größer geworden ist. „Das hat sich sehr stark geändert“, sagt er. Die Zahl der zu verschenkten und dann ausgesetzten Tiere sei geringer geworden. „Aber es sind immer noch zu viele.“

Keine Vermittlung in der Vorweihnachtszeit

Manche Einrichtungen in der Region greifen deshalb härter durch: „Wir vermitteln in der Vorweihnachtszeit keine Tiere“, sagt die Mitarbeiterin einer Tieraufnahme-Einrichtung im Landkreis Göttingen.

Und auch der NaBu Niedersachsen hat eine Gegenstrategie entwickelt: Statt Tiere zu verschenken, können Geschenk-Patenschaften eingegangen werden, mit denen Privatpersonen das NaBu-Artenschutzzentrum unterstützen. Dieses nimmt im Jahr rund 2000 artengeschützte Wildtiere wie Weißstörche, Uhus, Mäusebussards oder Schleiereulen auf.

Tierpatenschaften

Mit einem festen, jährlichen Beitrag können Paten die Betreuung von Tieren im Nabu-Artenschutzzentrum unterstützen. Mehr Informationen dazu finden sich auf niedersachsen.nabu.de.

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