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"Ausbau einer rechtsfreien und radikalen Infrastruktur"

Reaktionen auf den geplanten Verkauf des OM10 "Ausbau einer rechtsfreien und radikalen Infrastruktur"

Nach dem ausgehandelten Verkauf des besetzten ehemaligen Gewerkschaftshauses in der Oberen Masch 10 an die Besetzergruppe "Our House OM 10" hat die Ratsfraktion der Göttinger Linken die Einigung gelobt. Kritik kommt hingegen von der Jungen Union.

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Die Besetzer des ehemaligen Gewerkschaftshauses in der Oberen Masch 10 haben das Gebäude gekauft.

Quelle: Wenzel

Göttingen. "Wir freuen uns mit den Beteiligten darüber, dass es endlich gelungen ist, mit der Treuhandgesellschaft des DGB zu einer Einigung zu gelangen. Die Weiterführung des nun seit einem Jahr laufenden selbstverwalteten Wohnprojekts für geflohene und andere wohnungslose Menschen  auf einer hoffentlich auch finanziell gesicherten Basis ist ein ermutigendes Zeichen für konkretes zivilgesellschaftliches Engagement", sagte Gerd Nier.  Hervorzuheben sei auch, "dass seit Anbeginn über die reine Unterbringung von Menschen hinaus vielfältige kulturelle, bildungs- und sozialpolitische Aktivitäten  von der OM10 im ehemaligen DGB-Haus ausgingen und praktiziert wurden". Die Göttinger Linke hätte sich in dem fast ein Jahr andauernden "Schwebezustand" für das Projekt "deutlich mehr aktive Unterstützung" durch Rat und Verwaltung gewünscht.

Junge Union vermisst Transparenz

Kritik kommt hingegen von der Jungen Union. Sie vermisst Transparenz bei den Verhandlungen zwischen den Besetzern und der  Vermögensverwaltungs- und Treuhand-Gesellschaft (VTG) des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DBG) und über den Kaufpreis, über den beide Parteien Stillschweigen vereinbart hatten. Die JU bezweifelt, ob zusätzliche Angebote zur Flüchtlingsunterbringung wie das Projekt OM10 erforderlich sind und bezieht sich auf Aussagen der Göttinger Stadtverwaltung vom Juli. Die städtischen Unterbringungskapazitäten blieben ungenutzt.

In der OM10 werde daher kein Problem gelöst, sagte der künftige CDU-Ratsherr und JU-Vorsitzender und Dominic Steneberg. JU-Pressesprecher Simeon Atkinson ist froh, dass die Besetzung beendet ist. Aber: "Jede Hausbesetzung ist kriminell.“ Die JU fürchtet nun, "dass sich die angekündigte Eigentumsübertragung der Immobilie langfristig negativ auf das demokratische Gefüge in Göttingen auswirken wird." So gehe es um den "Ausbau einer rechtsfreien und radikalen Infrastruktur", sagte  JU-Vorstandsmitglied Till Warning. "Noch einen Heimathafen für realitätsferne Ideologien kann Göttingen nicht gebrauchen."

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Besetzer kaufen Gewerkschaftshaus

Einigung im Streit um das ehemalige Göttinger Gewerkschaftshaus an der Oberen Maschstraße: Die Besetzer der OM10 werden das Gebäude von der Vermögensverwaltungs- und Treuhand-Gesellschaft (VTG) des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DBG) kaufen. Das teilte der Verhandlungsführer Sebastian Wertmüller am Freitag mit.

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