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„Rechtswohltat“ für Göttinger Messerstecher

Nach Stich ins Gesicht eines Polizisten „Rechtswohltat“ für Göttinger Messerstecher

Weil er im Zustand der Schuldunfähigkeit Widerstand gegen einen Polizeibeamten geleistet und diesen mit einem Messerstich ins Gesicht schwer verletzt hat, muss ein 30 Jahre alter Göttinger dauerhaft in ein psychiatrisches Krankenhaus.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Das Landgericht brachte den seit 2006 unter einer chronischen Psychose leidenden Mann, der zur Tatzeit unter dem Einfluss der Designerdroge Flex (MDPV) stand,  nach Paragraf 63 des Strafgesetzbuches im Maßregelvollzug unter.

Das sei „eine Rechtswohltat“, sagte der vorsitzende Richter Ralf Günther, auch wenn der Verurteilte das nicht so sehe. Wenn er mitarbeite, so die Prognose eines psychiatrischen Gutachters, könne der Patient schon nach mindestens zehn Monaten entlassen werden. Noch fehle ihm allerdings die Einsicht in seine Krankheit.

Der Sachverständige hatte in seinem Gutachten erklärt, dass von dem jungen Mann wegen seiner Verfolgungsängste, seinem Hang, sich deshalb zu bewaffnen und wegen fehlender Einsicht in die Notwendigkeit einer Behandlung weiterhin Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe. Am Tattag war er mit zwei Messern und einem Schreckschussrevolver bewaffnet.

Zu der Tat war es in der Nacht zum 4. November 2014 gekommen, als der Mann an der Tankstelle in der Königsallee hartnäckig versuchte, Getränke zu erwerben, obwohl er kein Geld hatte. Einem Hausverbot folgte er nicht, so dass die Polizei gerufen wurde. Als die eintraf und ihm einen Platzverweis erteilte, kehrte er immer wieder zurück.

Schließlich riefen die Beamten einen Gefangenentransporter, um den 30-Jährigen festzunehmen. Der hatte plötzlich ein Messer in der einen, einen Revolver in der anderen Hand. Mit einer bogenförmigen Bewegung hat er dem Beamten dann einen tiefen Schnitt im Gesicht beigebracht, der, hätte er den Hals getroffen, auch leicht lebensgefährlich hätte sein können, meinten die Richter.

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