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Regionalbischof nimmt Kirchenkreis unter die Lupe

Eckhard Gorka Regionalbischof nimmt Kirchenkreis unter die Lupe

Was läuft im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen gut, woran muss gearbeitet werden? Um solche Fragen geht es, wenn Regionalbischof Eckhard Gorka zu seinem Aufsichtsbesuch in den Kirchenkreis kommt – normalerweise alle sechs Jahre.

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Der Altar in der Kirche in Hilkerode. (Symbolbild)

Quelle: GT

Göttingen. Diesmal hat Gorka ein Jahr länger gewartet, um dem neuen leitenden Geistlichen des Kirchenkreises, Superintendent Friedrich Selter, etwas mehr Zeit zu geben. Selter hatte schließlich ein schweres Erbe angetreten: Die Suspendierung eines Superintendenten und danach eine gescheiterte Superintendenten-Wahl hatten dem Kirchenkreis zugesetzt.

Das ist nach Gorkas Einschätzung jedoch Vergangenheit. Die jetzige Leitung des Kirchenkreises sei „gut aufgestellt“, sagte Gorka kurz vor Abschluss seines zweiwöchigen Besuchs. Nach fast 50 Gesprächen und Besuchen in Einrichtungen hat Gorka vier Schwerpunkte des Kirchenkreises ausgemacht. Einer liege in der Diakonie. Die vom Kirchenkreis getragene Straßensozialarbeit betreue etwa hunderte von Menschen, die eine Schattengesellschaft bildeten. Die Kirche helfe hier beispielhaft Menschen, die von der Gesellschaft weitgehend ignoriert würden.

Selter

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Ein weiterer Schwerpunkt sei in der akademisch starken Stadt Göttingen die Bildung. Dazu komme auch durch die Kirchenmusik ein guter Kontakt zur Kultur. Gorka plädierte dafür, die beiden A-Kantorenstellen an St. Jacobi und St. Johannis unbedingt zu erhalten. Ein weiterer Schwerpunkt sei die hohe Bereitschaft zur christlichen Ökumene und zum interreligiösen Dialog. Hier gebe es eine gute Gesprächspartnerschaft.

Auch auf die Probleme des Kirchenkreises ging Gorka ein. So ist die Zahl der Gemeindemitglieder im Kirchenkreis aus demographischen Gründen in den vergangenen zehn Jahren um 10 000 auf 80 000 gesunken. Das bedeute erheblich weniger Geld bei nicht sinkenden Ansprüchen in den Gemeinden. Diese Spannung gelte es auszuhalten und nicht mehr benötigte Gebäude abzustoßen – irgendwann wohl auch Kirchen.

Gorka

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Ein weiteres Problem sei die mangelnde Ausstattung der Göttinger Innenstadtgemeinden. Eine halbe Stelle für die Stadtkirche St. Johannis sei eigentlich nicht ausreichend. Hier gibt es Überlegungen im Hintergrund, die Stelle mit einer anderen Stelle zu kombinieren.

Ein weiteres Problem sieht Gorka in der Last, die auf Selters Schultern ruht. Der leitet eine Fläche, die vor rund zehn Jahren von drei Superintendenten in drei Kirchenkreisen geleitet wurde. Gleichzeitig ist mit der Fusion der übergeordneten Kirchenbezirke Hildesheim und Göttingen der Regionalbischof aus Göttingen verschwunden und nur Gorka mit Sitz in Hildesheim übriggeblieben. Hier gelte es im Kirchenkreis künftig gute Lösungen zu finden, vor allem auch, weil eine intensivere Zusammenarbeit mit dem kleinen Kirchenkreis Hann. Münden anstehe, der auf Dauer wohl nicht selbstständig bleiben wird.

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