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„Das ist das Moment der Gleichheit“

Lars Wätzold dreht Film mit Schülern „Das ist das Moment der Gleichheit“

Behinderung, sozialer Absturz und Integration - das sind Themen des Filmprojektes der Berufsbildenden Schulen (BBS) Ritterplan. Gemeinsam mit Filmemacher Lars Wätzold haben elf Schüler der BBS einen 25-minütigen Film über gesellschaftliche Herausforderungen von jungen Erwachsenen gedreht.

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Lars Wätzold und Landrat Bernhard Reuter (ganz rechts) mit den Schülern der BBS Ritterplan.

Quelle: Heller

Göttingen. Die Schüler gehen in unterschiedliche Klassen: drei besuchen die Sprachförderklasse, drei die Berufseinstiegsklasse Ernährung. Vier der Protagonisten gehen zur Berufsfachschule Sozialpädagogik und ein Schüler in die Berufseinstiegsklasse Hauswirtschaft. In dem Film „Alle gleich / Alle anders“ erzählen sie, was sie in ihrem jungen Leben erlebt haben, und was sie sich für ihre Zukunft wünschen.

So erzählt beispielsweise der 17-jährige Ahmad die Geschichte seiner Flucht aus Afghanistan, die sein kleiner Bruder nicht überlebte. Die 18-jährige Yvonne hatte eine „normale Kindheit“. Ihre Großeltern starben an Krebs. Der Tod ihrer Großmutter hat sie besonders getroffen, da sie ein sehr gutes Verhältnis zu ihr hatte.

Der 18-jährigen Elias musste den Krebstod seines Großvaters verwinden. Der Duderstädter hat das Down-Syndrom. An der BBS habe er viele neue Freunde gefunden, erzählte er im Film.

Wätzold sei es gelungen, die einzelnen Schicksale greifbar zu machen, lobte Göttingens Landrat Bernhard Reuter (SPD) den Film bei seiner Präsentation am Montag. Der Film zeige auch, dass die BBS ein „super Beispiel“ dafür sei, „wie jungen Menschen geholfen wird, aus ihren Lebensweg das Beste zu machen“.

„Eigentlich war der Film anders geplant“, sagte der Regisseur Wätzold. Seine Grundidee war, einen Spielfilm zu drehen. Doch dann entschied er sich, seine Protagonisten einfach über sich selbst sprechen zu lassen, da er beobachtete, wie aufmerksam sie dabei einander zuhörten. „Ein Ziel war, die Schüler durch das Erzählen ihrer Geschichte zueinander zu führen und auch, dass sie hinterher miteinander zutun haben“, erklärte Wätzold sein Projekt. Das Projekt habe ihn sehr berührt.

Als „sehr anrührend“ empfand auch Schulleiterin Maria Harberding den Film. „Egal, woher sie kommen und welche Geschichte sie haben, sie wollen alle das Gleiche: Ein Zuhause, einen guten Job und eine Familie. Das ist das Moment der Gleichheit“, sagte sie.

Die Schüler waren sich einig: Ihnen hat das zwei Wochen lange Arbeiten mit Wätzold Spaß gemacht. „Ich fand es witzig, mich selbst zu sehen, aber auch schön, was dabei raus gekommen ist“, erklärte die 16-jährige Beatrice.

Kernsatz: In dem Film „Alle gleich / Alle anders“ erzählen sie, was sie in ihrem jungen Leben erlebt haben, und was sie sich für ihre Zukunft wünschen.

Von Alisa Altrock

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