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Reicht Energie aus Wind, Sonne, Wasser und Mais?

Zweifel an 100-Prozent-Ziel bis 2040 Reicht Energie aus Wind, Sonne, Wasser und Mais?

Während der Streit um die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken noch tobt, wird im Landkreis Göttingen weiter das Ziel verfolgt, sich von Energiezufuhr unabhängig zu machen und ganz auf nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie zu setzen.

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Bioenergiedorf Jühnde: Strom und Wärme aus Biomasse.

Quelle: Hinzmann

Energieautark soll der Modelllandkreis werden. Die Frage ist nur, wann das in realistischer Weise zu erreichen ist und ob überhaupt.
Aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion soll bis zum Jahr 2040 der kreisweite Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. „Wir wollen unsere Energie regional erzeugen, denn damit stärken wir die regionale Wertschöpfung und machen uns unabhängig“, so die Begründung der umweltpolitischen Sprecherin Ingrid Möhring. Neben langfristig bezahlbaren Energiepreisen würden Arbeitsplätze geschaffen und der ländliche Raum gestärkt. Die Energiewende sei mit einem intelligenten Energiemix und Einsparungen im Verbrauch zu schaffen.

Die SPD schlägt vor, bei der Stromerzeugung verstärkt auf Fotovoltaik, Wasser- und Windkraft zu setzen. Bei der Wärmeerzeugung sieht die SPD ein großes Potential in der Bioenergie. Der Landkreis habe mit 390 000 Euro viel Geld für eine Machbarkeitsstudie für Bioenergiedörfer investiert. Die Zahl der Bioenergiedörfer müsse sich weit mehr als verdoppeln. Zweifel an einer Ausweitung des Anbaus von Energiepflanzen kommen von den Umweltverbänden. Sie befürchten, dass zunehmend Mais für Gärbehälter statt Nahrungsmittel angebaut werden. Neben den Bioenergiedörfern wie Jühnde und Krebeck gibt es jetzt auch zwei größere Vorhaben für Biogasanlagen bei Rosdorf. Zu den 30 Windrädern im Kreis sind seit einigen Jahren keine mehr hinzugekommen. Die 22 350 Kilowatt installierte Leistung entsprechen rund 2,8 Prozent des Stromverbrauchs. Neuerdings gibt es zwar Interesse an neuen Windkraftstandorten wie vom Konzern Vattenfall, für neue moderne Windräder mit mindestens 100 Metern Nabenhöhe müsste aber erst die Bauleitplanung angepasst werden.

Naturgesetze seien auch mit visionären Anträgen nicht außer Kraft zu setzen, meinte Martin Worbes (Grüne) in der Debatte um das Ziel 2040. Das Wasserkraftpotenzial sei nun einmal gering. Die CDU unterstützt das Ziel im Prinzip. Der Landkreis habe aber nur wenig Einfluss auf den Ausbau von Bioenergiedörfern, so der Duderstädter Abgeordnete Josef Nolte. Was möglich sei, sollte getan werden. Über den SPD-Antrag soll jedenfalls erst im Dezember entschieden werden.

Stadt und Kreisverwaltung hatten bereits 2008 verkündet, langfristig energieautark zu werden. Bei einem Bundeswettbewerb kam das gemeinsame Konzept aber nicht zum Zuge. Der Kreis arbeitet derzeit an einer Bestandsaufnahme. Im November findet eine Tagung mit dem Landkreis Northeim über regenerative Energien statt. Klimaschutzkonzepte wie noch für die Stadt Göttingen werden vom Bund nicht mehr gefördert.

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