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Reiffenhäuser Rachemord-Prozess: Angeklagter schweigt

"Sechs Schüsse in schneller Folge" Reiffenhäuser Rachemord-Prozess: Angeklagter schweigt

Unter großem öffentlichen Interesse hat am Mittwoch der Mordprozess gegen den 28 Jahre alten Christian M. begonnen. Dem jungen Mann wird vorgeworfen, aus Rache, weil der ihn bei der Polizei verraten hat, den Bruder seiner Freundin in der Feldmark von Reiffenhausen erschossen zu haben.

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Unter großem öffentlichen Interesse hat am Mittwoch der Mordprozess gegen den 28 Jahre alten Christian M. begonnen.

Quelle: Pförtner

Göttingen/Reiffenhausen. "Sechs Schüsse in schneller Folge", heißt es in der zum Auftakt verlesenen Anklageschrift, habe der 28-Jährige auf den ein Jahr jüngeren Daniel S. aus einer Pistole der Marke Tokarev abgefeuert. Laut Anklage ein Mord aus niederen Beweggründen. Die Patronenhülsen vom Kaliber 7.62 waren später bei einer Suchaktion der Polizei am mutmaßlichen Tatort nahe der Klippmühle im Schleierbachtal südwestlich von Reiffenhausen gefunden worden.

Dort hin, so die Anklage, habe der 28-Jährige sein Opfer am Abend des 2. Februar 2015 in einen Hinterhalt gelockt. In einer SMS , die das spätere Opfer am Tattag gegen 14.30 Uhr auf sein Handy erhielt, heißt es: "Hey, schade, dass Du letztes Mal keine Zeit hattest  …" Es folgt die Einladung zum Treffpunkt um 19 Uhr ins Schleierbachtal, wohin die vermeintliche SMS-Schreiberin am Abend mit dem Fahrrad kommen wolle. Unterzeichnet ist die SMS mit "LG Daniela". In Wahrheit habe sich der Angeklagte hinter dieser Nachricht verborgen.

Am Tatort, so die Anklage, habe der Angeklagte bereits auf sein mit dem Elektro-Fahrrad kommendes Opfer gewartet und sofort geschossen, als der 27-Jährige den Hinterhalt erkannte und noch versuchte, einen Handschuh auszuziehen und eine Notrufnummer zu wählen. Dieser Notruf war in einer Notrufzentrale in Thüringen gelandet und abgebrochen worden, ehe das Gespräch angenommen werden konnte. Erst geraume Zeit später riefen die Thüringer zurück - und landeten, weil das Handy umgeleitet worden war, bei einem ahnungslosen Privatmann.

Zum Prozessauftakt hat der aus Untersuchungshaft vorgeführte Angeklagte zunächst geschwiegen. Am 2. September wird der Prozess fortgesetzt. Als Nebenkläger sind Vater und Mutter des Opfers sowie beide Schwestern jeweils mit einem Anwalt vertreten. Darunter auch die Freundin des Angeklagten, bei der dieser bis kurz vor der Tat gelebt hatte. Erst als der später getötete Bruder den jetzt Angeklagten wegen Diebstahls einer Schusswaffe aus dem Schützenhaus bei der Polizei angezeigt hatte, musste Christian M. bei der Familie in Reiffenhausen aus und in die Gemeinde Gleichen ziehen. Dafür, so die Anklage, habe er sich tödlich gerächt.

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