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Reisende sitzen am Göttinger Bahnhof fest

Sturm Niklas Reisende sitzen am Göttinger Bahnhof fest

Jetzt ist auch die Feuerwehr selbst vom Sturmtief "Niklas" betroffen. Am Abend stürzte gegen 20.45 Uhr ein Baum vom Grundstück des ehemaligen Kreiswehrersatzamtes auf ein Einsatzfahrzeug der Göttinger Feuerwehr, das auf dem Hof der Hauptfeuerwache an der Breslauer Straße stand.

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Stadtbrandmeister Holger Lehrum

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Stadtbrandmeister Holger Lehrum, der zum diesem Zeitpunkt in dem Fahrzeug saß, kam mit dem Schrecken davon. Eine erste Meldung, wonach der Baum auch auf die Hauptfeuerwache gestürzt sei, zog Frank Gloth, Sprecher der Berufsfeuerwehr, zurück.

Er habe noch gehört, wie der Baum mit einem lauten Knacken umstürzte, sagte Lehrum. Der Baum traf den vorderen Bereich seines Feuerwehrfahrzeugs. Lehrum konnte unverletzt aussteigen.

Außerdem stürzten am Abend Bäume auf geparkte Autos im Göttinger Kleperweg und am Albaniplatz. Dabei wurde auch das Dach der Göttinger Albanikirche beschädigt. Im Stadtgebiet heulten Sirenen, "weil eine Riesenböe hier durchging", sagte Gloth.

Das Sturmtief „Niklas“ hat am späten Dienstagabend auch Auswirkungen auf den Betrieb am Göttinger Bahnhof gehabt. Dort saßen rund 200 Reisende fest, weil der Zugverkehr komplett eingestellt worden war. Daher forderte das Bahnhofsmanagement am späten Abend Hilfe bei der Göttinger Feuerwehr an, wie Feuerwehrsprecher Frank Gloth berichtete.

Die Betroffenen nahmen die Einschränkungen aber gelassen hin. Das Bahnhofsmanagement vermittelte viele von ihnen an Hotels, die Göttinger Jugendherberge und andere Unterkünfte. Eine Familie mit Kindern wurde zwischenzeitlich im Konferenzraum des Bahnhofs untergebracht.

Foto: Theodoro da Silva

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Die verbliebenen Reisenden, immerhin noch etwa 150 an der Zahl, wurden von Mitarbeitern des Bahnhofs, vom Betreuungszug des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) und vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) aus Hann. Münden versorgt. Die Helfer verteilten Decken, Lebensmittel, heiße Getränke und alles, was sonst noch gebraucht wurde – bis hin zur Windel.

Alles war bestens organisiert. Viele Reisende lobten zudem die Freundlichkeit der Göttinger Helfer. Das hätten sie in anderen Städten schon ganz anders erlebt, sagten einige.

Auf einem der Gleise stand zudem ein beheizter Metronom bereit, in dem sich die gestrandeten Fahrgäste aufwärmen und aufhalten konnten. Wer wollte, konnte dort auch übernachten. Auf der Anzeigetafel war der Metronom als „Hotelzug“ ausgewiesen. Zudem sollte später noch ein ICE am Göttinger Bahnhof eintreffen, um weitere Reisende aufzunehmen. Um Mitternacht sollte es dann auch noch warmes Essen geben.

Am Bahnhof war Abend kaum noch ein Taxi zu bekommen. Die Wartezeiten betrugen zwischenzeitlich 20 Minuten und mehr.

Der Artikel wurde um 23.26 Uhr aktualisiert.

Von Andreas Fuhrmann und Ulrich Schubert

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