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Wätzolds Woche Reisetagebuch

Manchmal hält mein Beruf ja durchaus ein Leckerli bereit. So befinde ich mich zur Zeit in der Karibik auf Kreuzfahrt.

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Quelle: CH

Ich flog von München nach Punta Cana und beim Einchecken wurde mir für knapp hundert Euro ein Upgrade mit massiver Beinfreiheit, besserem Essen und kostenlosem Alkohol angeboten. Da ein Urlaub ja bekanntlich die Anreise einschließt, griff ich begeistert zu und versuchte, möglichst schnell den Betrag durch großzügigen Alkoholgenuss vor meinem inneren Kassenwart zu rechtfertigen.

Ich bestellte also einen Piccolo (immerhin "Fürst von Metternich"), ein Bier und einen Flachmann Gin. Das Ganze mehrfach, wobei ich ab dem dritten Durchgang den Gin aus sozialen Beweggründen wegließ. Dann gab es ein wirklich gutes Essen und ich schlief selig ein, während ich den Film "Die Peanuts" auf dem für mich als privilegierten Passagier ebenfalls kostenlosen Entertainmentapparat laufen ließ.

Beim Aufwachen passierte mir dann ein Missgeschick. Noch dösig kam ich gegen den Bierbecher, dessen Inhalt sich komplett in meinen Schritt ergoss. Schlagartig wurde ich übellaunig und ging zur Toilette, um dort den Zustand meiner Unterleibsbekleidung zu verbessern. Vor der Toilette saßen alle drei Stewardessen.

Sie schauten mir ins Gesicht und senkten dann gleichzeitig ihre Blicke auf mein Malheur. Mir war die Situation peinlich und ich versuchte sie in den Griff zu bekommen, indem ich resolut sagte: "Ich habe mich nicht eingepinkelt!" Die Gesichtsausdrücke der drei Damen zeigten mir allerdings, dass sie völlig anderer Ansicht waren und die restlichen Stunden bis Punta Cana waren für mich ein einziger Spießrutenflug. Ich verließ erstmal meinen Platz nicht mehr und war heilfroh, dass meine Hose nach gut zwei Stunden wieder halbwegs getrocknet aussah.

Immer, wenn Getränke angeboten wurden, versuchte die jeweils zuständige Stewardess, mich dabei zu ignorieren. Das ließ ich mir aber nicht gefallen und forderte freundlich aber deutlich weiterhin Bier und Sekt ein. Ich sagte mir, dass es mir egal sein kann, was die über mich denken, schließlich sehe ich die ja nie wieder. Und natürlich werde ich niemals irgendjemandem von diesem sozialen Waterloo berichten. Ich bin doch nicht bekloppt!

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