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Rekord-Trockenheit verursacht Schäden in Landwirtschaft und Wäldern

Große Dürre Rekord-Trockenheit verursacht Schäden in Landwirtschaft und Wäldern

Die größte Dürre seit mehr als 50 Jahren beherrscht Deutschland. „So trocken war es seit 1962 nicht mehr“, sagt Franz-Josef Löpmeier, Leiter des Zentrums Agrarmeteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes. Der Forstwirtschaft drohen Kulturen abzusterben, Landwirte im Bereich Göttingen befürchten Ernteeinbußen.

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Quelle: Pleul/dpa (Symbolfoto)

Göttingen. In den vergangenen drei Monaten fielen laut Löpmeier rund um Göttingen nur 60 Prozent der sonst üblichen Regenmengen. Von Mai bis Juni registrierten die Messstationen mit rund 120 Millimeter Niederschlag sogar nur etwa 40 Prozent des Mittelwertes. „Das führt zu geringer Bodenfeuchte“, sagt der Meteorologe.

Das bestätigt Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolks Göttingen. „Je weiter die Äcker am Hang liegen, desto dünner die Böden und desto weniger Wasser wird gespeichert.“ Manch ein Landwirt klage über schlechte Grasernten, „einige Milchviehbetriebe werden ein Futterproblem haben“. Die Lößlehmböden im Leinetal „verkraften Trockenheit besser“, sagt Hübner. Die Ernte werde schlechter ausfallen, „aber wir müssen sehen, was die Preise machen“.

Der Agrarwissenschaftler Wilhelm Römer hat weitere Folgen der Trockenheit beobachtet: Maispflanzen bei Hardegsen, die Probleme hatten, aufzugehen, Bodenrisse und halbvertrockneter Weizen bei Nienhagen, starker Läusebefall an Zuckerrüben. Bei Lenglern hingegen, so Römer, „stehen gut genährte Pflanzen mit grünen, funktionstüchtigen Blättern“. Die Pflanzen in der Leineniederung hätten bessere Bedingungen. Römers Fazit: „Wir sollten den Standort zwischen Holtensen und Lenglern für die Pflanzenproduktion erhalten und den Gedanken an ein Güterverkehrszentrum ad acta legen.“

Probleme gibt es auch im Wald. „Wir haben Schäden vor allem auf flachen Böden“, sagt Michael Rudolph, Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Es sei mit Ausfällen in neu gepflanzten Kulturen wie bei Ossenfeld  zu rechnen, „da sind schon Bäume eingegangen“. Ob nachgepflanzt werden müsse, „werden wir im Sommer sehen“. Große Trockenheit in der Zeit, in der die Pflanzen austreiben, wirke sich auch auf den Wald aus, sagt Martin Rohde, Sprecher der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt. „Die Bäume sind nicht so vital und anfälliger für Parasiten.“ Was die Dürre anrichte, werde im August ersichtlich: „Bei der Waldzustandserhebung werden die Schäden überprüft.“

Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege bedauert  die Sorgen der Landwirte, hofft selbst aber, aus der Trockenheit Nutzen ziehen zu können: Über alten Siedlungsspuren, Gräben und Gruben bleibe das Getreide oft grün. Die Behörde hofft auf Hinweise von Piloten und Flugbegleitern, die solche Muster auf den Feldern sehen.

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