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Rekord bei Tauschaktion in Göttingen

Fünf Tonnen Alttextilien Rekord bei Tauschaktion in Göttingen

Fast fünf Tonnen Alttextilien haben Göttinger und andere aus der Region am Donnerstag innerhalb von zwei Stunden abgegeben und als Dank dafür Kartoffeln bekommen. Mit der Aktion wollten die städtischen Entsorgungsbetriebe zeigen, dass auch Altkleider noch einen Wert haben.

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Die Göttinger haben bei der Tauschaktion der Entsorgungsbetriebe einen neuen Rekord aufgestellt.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Das ist Rekord“, bestätigte am Nachmittag die Sprecherin der Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB), Maja Heindorf. Vor zwei Jahren waren bei der gleichen Aktion vor der Stadthalle etwa 2700 Kilogramm Alttextilien aller Art inklusive Schuhe abgegeben worden – für 1350 Kilo ausgegebener Kartoffeln. In diesem Jahr waren nach zwei Stunden 2300 Kilo bevorrateten Früchte weg – festkochende Erdäpfel der Sorten Annabelle und Linda aus regionalem Anbau.

Zum dritten Mal seit 2013 haben die GEB mit der Tauschkampagne viele Göttinger dazu animiert, in ihren Schränken zu suchen und nicht mehr benötigte Kleidung, Schuhe, Bettwäsche, Decken und andere Textilien am Kartoffel-Tausch-Tag abzugeben. Für die gelieferte Menge Textilien bekamen sie die halbe Gewichtsmenge Kartoffeln. Bis zu 40 Bürger warteten am Nachmittag immer wieder in der kaum endenden Warteschlange vor der Waage.

Eine Million Alttextilien in Deutschland

Bundesweit wurden 2007 etwa 750 000 Tonnen Alttextilien gesammelt, informierten die Göttinger Entsorgungsbetriebe am Donnerstag ergänzend zur Tauschaktion und fügten an: Berechnungen des Fachverbandes Textilrecycling aus dem Jahr 2013 gehen schon von 1 010 988 Tonne aus. Das entspricht einer Steigerung von 26 Prozent und einer Sammelmenge von jährlich 12,6 Kilogramm je Göttinger Einwohner. Für unsere Stadt würde das ein Potenzial von rund 1560 Tonnen bedeuten. us

In Plastiksäcken, Koffern, Wäschekörben und auch Schubkarren lieferten sie ihre Alttextilien an. „Das hat sich mit der Zeit so angesammelt und wir brauchen es nicht mehr“, erklärte Irmhild Wobst aus Lenglern, warum sie spontan 24 Kilo Kleidung mitbringen konnte. „Das passte jetzt einfach, ich wollte eh bald was in den Container bringen“, sagte Heidrun Präger aus Göttingen, „und ich liebe einfach Kartoffeln.“

„Wir wollen deutlich machen, dass auch Alttextilien einen Wert haben und nicht in den Müll gehören“, erklärte Heindorf. Viele abgelegte Schuhe und Jacken seien zu schade für den Müll und könnten an anderer Stelle weiter genutzt werden. Nach wie vor würden aber immer noch etwa 4,5 Kilogramm Altkleider je Einwohner jedes Jahr im Restabfall landen.

Dämmen oder verkaufen

Die Textilien würden weiter verkauft, dadurch könnten auch die Müllgebühren ein wenig niedriger gehalten werden. Zurzeit nehme ein Bremker Wiederverwerter die Göttinger Alttextilien ab. In seiner Anlage im nahen Thüringen würden sie in bis zu 300 Qualitäts- und Verwertungsfraktionen sortiert – unter anderem nach Zustand, Tragbarkeit, Größe und Stoffart. Danach entscheide sich, ob sie als Second-Hand-Ware weiter verkauft werden, in bedürftige Länder gehen oder vielleicht auch geschreddert als Dämmmaterial dienen.

Unabhängig von der Tauschaktion haben die Entsorgungsbetriebe nach eigenen Angaben stadtweit und ganzjährig 150 Sammelcontainer aufgestellt. Alleine im vergangenen Jahr seien darin 850 Tonnen Textilien gesammelt worden.

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