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Rekord seit 38 Jahren: 129 Feuerwehreinsätze

Steigerung bei Hilfeleistungen Rekord seit 38 Jahren: 129 Feuerwehreinsätze

Noch nie in der 38-jährigen Geschichte der Gemeinde Gleichen mussten die Feuerwehren in den 16 Gleichen-Dörfern so viele Einsätze fahren wie im vergangenen Jahr.

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Drei auf einen Streich: Fahrzeugübergabe in Etzenborn.

Quelle: Heller

Rekordtreiber waren in erster Linie sogenannte Hilfeleistungen. Damit die freiwilligen Helfer im Notfall schnell eingreifen können, haben jetzt drei Ortsfeuerwehren neue Einsatzfahrzeuge bekommen – für jeweils 58 000 Euro.

116-mal wurden die Feuerwehren im Jahr 2010 alarmiert, weil zum Beispiel Bäume auf Straßen gestürzt, Bäche über die Ufer getreten oder bei Verkehrsunfällen Menschen eingeklemmt waren. Im Jahr davor verzeichnete Gemeindebrandmeister Heiko Böhlken 86 solcher Hilfeleistungen, das Jahr davor sogar nur 57. „Immerhin“, so Böhlken, gab es im zurückliegenden Jahr auch 13 Brände, die die Feuerwehr löschen musste. 2009 waren es 15. Bei dem größten Einsatz im Oktober in Sattenhausen brannte ein ehemaliger Tanzsaal, der inzwischen als Scheune genutzt wurde, völlig nieder. Eine benachbarte Scheune und ein Wohnhaus konnten die Feuerwehren retten. Als „herausragend“ wertet Böhlken auch ein Feuer in einer Doppelgarage in Groß Lengden. Und häufiger als in den Vorjahren gab es im trockenen Sommer 2010 brennende Mähdrescher und andere Geräte, die bei der Feldarbeit heiß gelaufen waren.

Während in Nachbargemeinden bereits Ortsfeuerwehren mangels Nachwuchs aufgegeben werden, hält sich die Zahl der aktiven Mitglieder in Gleichen „stabil“ bei 599. Es gebe zwar etwas weniger Männer als in den Vorjahren, dafür steige die Zahl der Feuerwehrfrauen.

Schon lange geplant waren neue Fahrzeuge für mehrere Ortsfeuerwehren in Gleichen. Weil die Gemeinde aber finanziell angeschlagen ist, wurde der Kauf immer wieder verschoben. Im vergangenen Jahr musste und konnte die Feuerwehr „endlich“ gleich drei Fahrzeuge über einen Großauftrag bestellen. Gerade erst hat Gemeindebürgermeister Heinz-Jürgen Proch (SPD) offiziell die Wagenschlüssel übergeben.

Bei einem Mengenrabatt von jeweils 5000 Euro habe die Gemeinde unterm Strich dafür noch 58 000 Euro finanzieren müssen – „ein guter Preis“, so Böhlken. Vom Korruptionsskandal bei den großen Lieferanten für Feuerwehrfahrzeuge sei diese Bestellung nicht betroffen. Preisabsprachen habe es offenbar nur bei größeren Fahrzeugen gegeben.

Die Tragkraftspritzen-Fahrzeuge TSF-W für die Freiwilligen Feuerwehren Etzenborn, Ischenrode und Wöllmarshausen haben einen Ziegler-Aufbau auf einem VW-Crafter-Fahrgestell mit einem 136 PS starken Motor. Die Besonderheiten: Rundum-Beleuchtung, Lichtmast, Ladevorrichtung für alle elektronischen Geräte an Bord, Schaumausrüstung, Motorsäge und ein Faltbehälter für 3000 Liter Wasser.

Der Haken bei den neuen Fahrzeugen: Durch EU-Vorgaben wiegen sie mehr als 3,5 Tonnen und junge Feuerwehrmitglieder mit einem Führerschein der Klasse B dürfen sie nicht fahren. Auch das Problem haben die Gleichener gelöst: Alle jüngeren Mitglieder in den drei Dörfern haben eine interne zusätzliche Führerscheinausbildung bekommen.

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