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Religionsgeschichte von 1949 bis 1989

Datenbank über Debatten im Protestantismus veröffentlicht Religionsgeschichte von 1949 bis 1989

„Der Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik Deutschland 1949–1989“ wird seit 2013 von einer Forschergruppe an den Universitäten Göttingen und München erforscht. Nun hat sie ihre Datenbank zu Akteuren des Protestantismus für die Forschung zugänglich gemacht.

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Das Thema des 20. Deutschen Evangelischen Kirchentages lautete "Umkehr zum Leben": Unter dem Motto "ein Nein ohne jedes Ja zu Massenvernichtungswaffen" hatten zahlreiche Gruppen zu der Demonstration mit den lila Tüchern - als Zeichen der Buße - aufgerufen.

Quelle: epd

Göttingen. Die Datenbank bietet nach Angaben der Universität Göttingen eine umfangreiche Übersicht des westdeutschen Protestantismus und dessen Verflechtungen. Zu vielen Akteuren liegen erstmals verlässliche Daten vor.

Exemplarisch werden die Kontroversen um Wiederbewaffnung, Wirtschaftsordnung und Sozialstaat, Ehe- und Familienbilder, Ökologie und Frieden in der „alten“ Bundesrepublik betrachtet. Dabei geht es um den Einfluss des Protestantismus in diesen Kontroversen. Mit der Arbeit der Gruppe wird eine Forschungslücke geschlossen, die hinsichtlich einer umfassenden Analyse des Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik besteht. Sie will so einen Beitrag zu einer gesellschaftspolitisch informierten Religionsgeschichte der alten Bundesrepublik leisten.

Über die im Projekt entstehenden Detailstudien zu ausgewählten ethischen Debatten hinaus soll durch die Arbeit der Forschergruppe auch eine umfassende „Kartierung" des Protestantismus in Westdeutschland und seiner komplexen Verflechtungen mit der Gesellschaft der Bonner Republik angeschoben werden. Dabei wird der Protestantismus programmatisch offen in der Vielfalt seiner kirchlichen, aber gerade auch außerkirchlichen und individuellen Erscheinungsformen in den Blick genommen. Die öffentlich ausgetragenen ethischen Debatten, in die der Protestantismus verwickelt war, werden im Kontext der flankierenden historischen, politischen, rechtlichen und ökonomischen Debatten untersucht. Die Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) arbeitet daher dezidiert im interdisziplinären Grenzgebiet von Evangelischer Theologie, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Zeitgeschichte.

Zur Aufbereitung dieser Verflechtungen – sowohl der in die ethischen Debatten involvierten protestantischen Akteure untereinander als auch der protestantischen Akteure mit ihrer gesellschaftlichen Umwelt – ist die Struktur der hier zugänglichen Datenbank erarbeitet worden. Sie orientiert sich an aktuellen Überlegungen zur Netzwerktheorie und gliedert das Forschungsfeld entsprechend in individuelle und überindividuelle Akteure. In einer normierten, für andere Datenbanken anschlussfähigen Form werden so biographische, institutionelle, bibliographische und thematische Daten erfasst und untereinander verlinkt. Auf diese Weise wird eine EDV-gestützte „Kartierung“ des Protestantismus und seiner gesellschaftlichen Bezüge erreicht, die in neuer Weise Querverbindung von Akteuren, Themen und Publikationen aufzeigt und erschließt. Die Form des elektronischen Wikis bietet dabei entscheidende technische Vorteile, gerade durch die Möglichkeit, vielfältige Verknüpfungen übersichtlich darzustellen, was in geschriebenen Texten grundsätzlich schwer möglich ist. Die Datenbank ist dabei bewusst so angelegt worden, dass sie zur weiteren Nutzung und Erweiterung durch andere Forschungsprojekte offen ist. Sie basiert auf dem elektronischen Wiki-Tool „Confluence“ und ist Teil des Projektes DARIAH-EU zur langfristigen Sicherung und Bereitstellung von Forschungsdaten.

Die Datenbank wird laufend aktualisiert und erweitert. Aktuell umfasst sie 280 Einträge zu individuellen Akteuren und 24 Datensätze zu überindividuellen Akteuren. Vor allem dieser zweite Bereich wird kontinuierlich ausgebaut, hier strebt die Forschergruppe eine ähnlich umfangreiche Sammlung an wie bei den individuellen Akteuren ( www.for1765.de).

pug

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