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"Wir haben regelmäßig Promis zu Gast"

Göttinger Autobahnraststätten während der Ferienzeit "Wir haben regelmäßig Promis zu Gast"

Sommerzeit gleich Reisezeit: Riesenandrang herrscht in diesen Tagen an den Raststätten Göttingen-West und Göttingen-Ost an der Autobahn 7. Allein am Sonntag stoppten dort Hunderte Menschen mit ihren Autos, Bussen, Wohnmobilen oder Lastwagen.

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Viel gesehene Gäste auf Raststätten: Reisebusse.

Quelle: Wenzel

Göttingen. „Was für eine Show“, schwärmt Hans Bode und weist mit weit ausgebreiteten Armen auf das Gewusel von Menschen und Fahrzeugen vor ihm. Der Rentner fährt jeden Sonntag von Rosdorf mit dem Fahrrad zur Autobahn-Raststätte, gönnt sich das „hervorragende“ Rührei und beobachtet das Geschehen von seinem Außenplatz am Serways-Restaurant: „Hier geht es spannender zu als beim Tatort.“

Rührei und vegetarische Speisen

Kathrin Faulhaber

Kathrin Faulhaber

Quelle: Wenzel

Während Bode sein Rührei genießt, laben sich Kathrin und Charlotte Faulhaber (38, 13) sowie Yves Gerlitz (40) aus Hamburg an vegetarischen Speisen wie Champignon-Pastete und Holsteiner Liesel-Schmalz, die sie auf einem der rustikalen Holztische der Rastanlage liebevoll vor sich ausgebreitet haben. „Hier kann man ungestört sitzen“, sagt Kathrin. Charlotte ist voll des Lobes, „dass es hier WLAN gibt“. Vom WLAN profitieren auch die vielen Fernfahrer, die hier abwarten, bis der Lkw-freie Sonntag vorbei ist und sie um 22 Uhr wieder auf die Straße dürfen.

Sommerzeit gleich Reisezeit: Riesenandrang herrscht in diesen Tagen an den Raststätten Göttingen-West und Göttingen-Ost an der Autobahn 7. Allein am Sonntag stoppten dort Hunderte Menschen mit ihren Autos, Bussen, Wohnmobilen oder Lastwagen.

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Mit dem habe er nie Langeweile, erzählt Alexander und klopft wie zur Bestätigung auf seinen Laptop. Wenn er nicht gerade online ist, unterhält sich der 60-jährige Litauer mit seinen Kollegen. Oder er kocht, heute mal Hirse mit Frikadellen. Ins Restaurant geht kaum einer der Fahrer. „Die wollen alle Geld sparen“, sagt Alexander und  lacht.

Kaffee geht am besten

Im Restaurant herrscht derweil dennoch genug Betrieb. „Kaffee“ gehe am besten, betont Claus Lackermeier, „Kaffee und nochmals Kaffee“. Der Betriebsleiter weiß auch, was die Gäste am liebsten essen: „Deutsche bestellen Currywurst mit Pommes, Dänen Spaghetti oder Burger, und die russischen Gäste, wenn sie weiblich sind, Fisch, und wenn sie männlich sind, Steak oder Schnitzel.“ Und noch etwas weiß Lackermeier zu berichten.

„Wir haben regelmäßig Promis zu Gast. Christian Wulff kehrt regelmäßig hier ein, genau wie Gunter Gabriel. Der bestellte beim letzten Mal einen Salat.“

Uneinigkeit über Sauberkeit

Christian Jensen aus Dänemark

Christian Jensen aus Dänemark

Quelle: Wenzel

Häufig angefahren werden die Raststätten von Reisebussen. Das Restaurantessen sei super, sagt ein Fahrer aus Kiel, nicht jedoch das Verhalten der Auto- und Wohnmobilfahrer: „Die parken einfach rücksichtslos auf den uns vorbehaltenen Plätzen.“ Nicht so Christian Jensen– er hat korrekt geparkt - und zwar direkt vor einem überquellenden Müllcontainer: „Oh – hier ist es aber dreckig“, wundert sich der Tourist aus dem dänischen Humblebaek. Auch Emma Giesecke aus Ramstein hat „schon sauberere Rastplätze gesehen“. Eine Kritik, die Bogumila und Natalie aus Stettin nicht nachvollziehen können: „Hier ist alles in Ordnung, viel sauberer als in Polen.“ Unterdessen macht sich Famile Nemes aus Ungarn zu Fuß auf nach Rosdorf. Vater Karoly ist Fernfahrer, hat Ehefrau Katalin und Tochter Kata in den Ferien mit auf Tour genommen,  jetzt wollen sie sich im Freibad abkühlen.

Wenn  so viele unterschiedliche Menschen, noch dazu aus so vielen Nationen, aufeinandertreffen, gibt es eigentlich auch mal Ärger?

„Kaum“, berichtet ein Autobahnpolizist, der auf den beiden Raststätten routinemäßig Streife fährt, und zwar allein: „Hier bedarf es keiner zwei Mann – außer ein paar Parkbehinderungen und leichten Blechschäden passiert nichts.“

hr

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