Volltextsuche über das Angebot:

° / °

Navigation:
Protest gegen Windräder: Initiative fordert größere Abstände

Rittmarshausen und Wöllmarshausen Protest gegen Windräder: Initiative fordert größere Abstände

In den Gleichen-Dörfern Rittmarshausen und Wöllmarshausen regt sich heftiger Widerstand gegen den geplanten Bau von fünf Windrädern in der Nähe der Ortschaften. Eine Bürgerinitiative aus Rittmarshausen hat in beiden Dörfern mehr als 360 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt.

Voriger Artikel
Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein ist 100 Tage im Amt
Nächster Artikel
Bauausschuss winkt ohne Diskussionen Bauleitplanung für Friedland durch

Solche Windräder wie bei Weißenborn sind Bürgern aus Wöllmarshausen und Rittmarshausen zu hoch.

Quelle: Vetter

Rittmarshausen. Die Unterzeichner lehnen Windräder zur Stromerzeugung nicht grundsätzlich ab – auch nicht in ihrer Nähe. Sie protestieren aber gegen die vorgesehene Höhe der Anlagen und fordern vor allem einen größeren Abstand zu den Wohnsiedlungen – mindestens 1000 Meter. Zugleich werfen sie dem Ortsrat Rittmarshausen Versäumnisse vor.

Die Firma Turbo-Wind Energie GmbH will in der Gemeinde Gleichen für 25 Millionen Euro fünf 200 Meter hohe Windenergieanlagen bauen. Der kürzeste Abstand zu bewohnten Häusern in Rittmarshausen beträgt nach Angaben des Unternehmens knapp 600 Meter, zu Wöllmarshausen etwa 1300 Meter.

„Wir sind keineswegs gegen Windenergie“, sagt Gabriele Gamroth-Günther, Mitinitiatorin der Unterschriftenaktion. Die vorgesehenen 200-Meter-Räder seien aber „aber viel zu hoch und viel zu nah an der Ortsbebauung“. Als die Gemeinde Gleichen vor vielen Jahren das Vorranggebiet für Windenergie bei Rittmarshausen ohne Höhenbegrenzung ausgewiesen hat, „hat niemand an so große Anlagen gedacht“, ergänzt ihr Mitstreiter Oliver Ernst. Heute müsse darüber neu diskutiert werden. Es sei nicht tragbar, dass die Öffentlichkeit im jetzigen  Planungsverfahren nicht beteiligt werden müsse.

Verärgert ist die Initiative auch über den Ortsrat Rittmarshausen. Als unterste politische Instanz für die Bürger habe sich das Gremium „in den letzten zwei Jahren nicht mit dem Thema befasst“. Auch eine vom Landkreis eingeforderte Stellungnahme zu zugesandten Planungsunterlagen habe der Ortsrat ignoriert. Der Ortsrat Wöllmarshausen hat sich bereits gegen die Turbo-Wind-Pläne ausgesprochen.

Die Mitglieder des Ortsrates waren am Freitag nicht erreichbar oder wollten sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Nur Ortsratsmitglied Armin Eggert zeigte sich offen „sehr enttäuscht“ über die „unfairen“ Behauptungen der Initiative. Der Windradstandort sei seit 20 Jahren Thema im Ort und im Dezember sei im Fachausschuss des Gemeinderates über die konkreten Pläne informiert worden. Vor diesem Hintergrund und mit Blick „auf das leider große Desinteresse der Bürger an den Dingen im Dorf“ habe der Ortsrat bisher keinen Anlass für eine Beratung gesehen. Die wird es jetzt gleich zweimal geben: Am Montag, 16. Februar, gibt es unter Gemeinderegie um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Wöllmarshausen eine Info-Veranstaltung mit den Windradinvestoren. Zwei Tage später tagt der Ortsrat Rittmarshausen um 20 Uhr im Gartekrug.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“