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Roringer Spaziergang um Kirchhof und in die Kirche

Ältestes Bauwerk im Dorf Roringer Spaziergang um Kirchhof und in die Kirche

Auch wenn der Turm trutzig wirkt, die Kirchhofsmauer stabil ist und einst mehr als zwei Meter hoch war - eine Wehrkirche war Roringens ältestes Bauwerk nie. An die Geschichte der Kirche im Dorf, soweit sie bekannt ist, hat jetzt während eines Roringer Spazierganges der Vorsitzende des Heimatvereins, Siegfried Ritzkowski, erinnert.

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Quelle: Heller

Roringen. Ein knappes Dutzend Mitbürger wollten hören, was der Mitautor des Thie-Boten über Kirche, Kirchhof und Mauer berichten konnte. Zum Beispiel, dass der Turm wohl um 1200 errichtet worden sein muss und damit das älteste Gebäude im Dorf ist. 1254 jedenfalls wird die erste Kirche bereits als bestehend erwähnt. Die Kirchhofsmauer, darüber gibt es Dokumente, ist 1422 in der heutigen Form entstanden. Zwar umfasst die Mauer noch immer den Kirchhof vollständig, sie ist aber - möglicherweise zum Kirchbau - teils abgetragen worden. 1747 entstand nämlich ein neues, das heute bestehende Kirchenschiff. Nur der Turm ist noch der alte. 

Viele Fakten, wie sie teils schon in der Nummer drei des Thie-Boten aus 2006 und der Ergänzung aus 2012 erwähnt sind, berichtete Ritzkowski. Darunter auch, dass die Stadt Göttingen schon mehr als ein Jahrhundert vor der Eingemeindung das Sagen in Roringen hatte - jedenfalls in der Kirchengemeinde. Spätestens seit 1865 hat die Stadt das Patronat für Herberhausen und auch Roringen wahrgenommen. Damit verbunden das Vorschlagsrecht für den jeweiligen Pfarrer, das bis 1854 der jeweilige Patron für Herberhausen, die Familie von Wangenheim, inne hatte.

Als das von wangenheimsche Patronat erlosch, fiel dieses an die Stadt Göttingen. Und auch im Kirchenvorstand stellt die Stadt jeweils einen Kirchenvorsteher. Damit fehlt den Roringern jenes Recht, das seit der Reformation als das wichtigste einer Kirchengemeinde erachtet wurde: die Wahl des eigenen Pfarrers. Die neue Pastorin Charlotte Scheller, die den Spaziergang mitmachte, musste folglich von der Stadt mitbestimmt werden, nicht vom Kirchenvorstand.

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