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Rosdorfer Baggersee: 19-Jähriger kann sich offenbar nicht an Land retten

Suche nach Badeopfer abgebrochen Rosdorfer Baggersee: 19-Jähriger kann sich offenbar nicht an Land retten

Im Rosdorfer Baggersee ist mutmaßlich ein Mensch ertrunken. Fieberhaft hat die Feuerwehr bis zum späten Mittwochabend mit Booten und Tauchern nach einem Badegast gesucht, der nach dem Kentern eines Schlauchbootes am Mittwochnachmittag verschwunden ist.

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Suchaktion am Rosdorfer Kiesteich.

Quelle: Theodoro da Silva

Rosdorf. Dabei handelt es sich um einen 19-jährigen Flüchtling aus Darfour im Sudan. Das mit vier Männern aus Schwarzafrika besetzte Schlauchboot war auf dem Baggersee plötzlich untergegangen. Die drei anderen Insassen hatten sich an Land retten können. Der 19-Jährige, der offenbar nicht schwimmen konnte, rief gut zehn Meter vom Ufer entfernt noch um Hilfe, ehe er versank. Bis 22 Uhr hat die Feuerwehr mit sechs Tauchern aus Göttingen und Northeim den See abgesucht. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde die Suche abgebrochen. Hoffnung für den jungen Mann besteht keine mehr.

 

 

In den vergangenen beiden Jahren hatte es heftige Debatten um die Frage gegeben, ob das Baden in dem See erlaubt werden dürfe. Auch die Politik hatte sich dazu eingeschaltet. Piraten und Linke erinnerten daran, dass seit Jahrzehnten dort gebadet würde, ohne dass es Unfälle gegeben habe. Man solle prüfen, den See zum Baden freizugeben. Die Gemeinde Friedland aber, auf dessen Gebiet der noch in Betrieb befindliche Baggersee liegt, hatte eigens seine Satzung geändert, um das Baden in dem See ausdrücklich zu verbieten. Voraussichtlich noch bis weit nach 2020 soll aus dem See Kies gefördert werden. In der Zeit wird der See vielfach seine Gestalt verändern und dadurch für Badende gefährlich bleiben. Eingezäunt kann er nicht werden, weil er im Überschwemmungs- und im Wasserschutzgebiet liegt.

 

Die Gemeinde Friedland reagierte mit ihrer Badeverbot-Satzung auch darauf, dass im Sommer zunehmend junge Männer aus dem Grenzdurchgangslager im nahe gelegenen Klein Schneer Baggersee baden gehen. Viele der Flüchtlinge aus Afrika können nicht schwimmen.

 

Erst am Mittwoch beklagte der Landkreis "immer wieder Verletzungen des Wasserschutzgebietes" am Reinshof und kündigte "regelmäßige Kontrollen durch Landkreis und Polizei" an. Die Gemeinde Rosdorf und auch die Polizei waren in der Vergangenheit vielfach gegen Autofahrer vorgegangen, die nahe des Sees verbotswidrig parkten. Da in diesem Sommer der Wendebachstausee als Badegewässer ausfällt, ist zu befürchten, dass noch mehr Badegäste verbotenermaßen den Baggersee aufsuchen. Der Landkreis dazu: "Ab kommendem Wochenende werden entsprechende regelmäßige Kontrollen vorgenommen." Das Autofahren im Wasserschutzgebiet und die Anhäufung von Grillgutresten, Leergut und ungenehmigten Campingplätzen werde nicht geduldet. Dabei soll offenbar auch die Einhaltung des Badeverbots kontrolliert werden.

 

Der Beitrag wurde aktualisiert.

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