Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Rot-Grün verliert Mehrheit im Kreistag

NPD aber bleibt draußen Rot-Grün verliert Mehrheit im Kreistag

Am Tag nach der Wahl ist sicher, was sich am langen Zählabend abzeichnete: Das rot-grüne Bündnis verliert seine bisherige Mehrheit im Göttinger Kreistag. Zweitstärkste Kraft bleibt die CDU - und legt dabei noch zu. Und: Die NPD hat es nicht in den Kreistag geschafft, aber AfD und Alfa.

Voriger Artikel
Ausstellung im Neuen Rathaus
Nächster Artikel
Fortbildung versäumt
Quelle: Voth

Göttingen. Zehn statt sieben Parteien werden ab November im neuen Kreistag für den größer werdenden Landkreis Göttingen sitzen - eine Vielfalt, die es bisher nicht in diesem Gremium gab. Das wird nach der Fusion mit Osterode zwar größer - mit 72 statt bisher 64 Sitzen - aber die Mandate sind bunt verteilt. Verlierer sind dabei die Grünen. An sie gehen bei 12,82%nur noch neun statt bisher 13 Mandate. „Das ist schade, aber immerhin liegen unsere Verluste einiges unter dem Landesdurchschnitt,“ sagte ihr bisheriger Fraktionsvorsitzender Martin Worbes.

Viele Stimmen haben die Grünen unter anderem in Adelebsen eingebüßt, wo sie nicht für den Gemeinderat kandidiert haben. Die SPD gewinnt zwar bei 34,69%mit 25 Sitzen zwei dazu und bleibt „deutlich stärkste Fraktion“, so ihr bisheriger Fraktionschef Reinhard Dierkes. Aber Rot-Grün kann gemeinsam keine Mehrheit mehr bilden, auch wenn ihr Landratskandidat Bernhard Reuter (SPD) die Stichwahl in zwei Wochen gewinnen sollte. Sie kämen dann auf 35 Stimmen (von 72 Sitzen).

Auch die CDU gewinnt dazu und bekommt mit 22 Sitzen einen mehr. Vor allem aber habe die Partei es geschafft „einen erneuten Durchmarsch der rot-grünen Koalition zu verhindern“, kommentierte ihr Fraktionsvorsitzender Harald Noack das Wahlergebnis.

Zu den Gewinnern zählen auch die FDP (4,37 Prozent) - sie erhöht von einen auf drei Mandate - und die Linken (4,43 Prozent), die künftig mit drei statt zwei Abgeordneten mitmischen werden. Die Freie Wählergemeinschaft hingegen büßte einen Sitz ein und ist noch mit drei Abgeordneten vertreten. Das aber sei mit Blick auf zwei Bürgerinitiativen im Harz-Raum und der Alfa als Konkurrenten „dann doch kein schlechtes Ergebnis“, sagte ihr bisheriger Fraktionschef Lothar Dinges. Die Alfa (1,05 Prozent) wird jetzt mit einem Mandat in den Kreistag einziehen, ebenso die Piraten (1,18) und die Satirepartei „Die Partei“ (0,81).

Ähnlich wie in anderen Regionen spielt die rechtspopulistische AfD ebenfalls ab November im Kreistag mit. Mit ihren 5,35%und vier Sitzen ist sie allerdings nicht so stark vertreten wie in anderen Regionen Deutschlands. Für mögliche Koalitionsaussagen des bereits gesetzten rot-grünen Bündnisses mit anderen Parteien sei es vor der Stichwahl zur Landratswahl jetzt zu früh, sagte Dierkes: „Dann werden wir sehen, was da kommt und inhaltlich passt.“

Dinges hingegen bestätigt Gespräche mit der SPD schon im Vorfeld der Wahl, auch zu einer möglichen Unterstützung Reuters. „Aber wir werden keine Empfehlung abgeben, wir wollen unabhängig bleiben.“

Noch gebe es keine Koalitions-Kontakte, versicherte Worbes für die Grünen. Wenn es soweit ist „werden wir uns die Programme der anderen anschauen und schauen, wo es Überschneidungen gibt“. Zunächst aber sei die SPD als stärkerer Partner am Zug.

Voriger Artikel
Nächster Artikel