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Rückblick auf 2009

Arbeitsmarkt Rückblick auf 2009

Böse Vorahnungen für 2009 hatte Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen. „Der prophezeite Einbruch auf dem Arbeitsmarkt blieb aber aus“, erklärte der Agenturchef am Donnerstag während seines Jahresrückblicks. Pessimistische Prognosen gebe es auch für 2010: „Wir werden die Betriebe aber in der Krise unterstützen“, versprach Gläser.

In den vergangenen zwölf Monaten waren durchschnittlich 20 416 Menschen ohne Arbeit, vier Prozent weniger als 2008. Während die Arbeitslosenzahl in ganz Niedersachsen etwa auf Vorjahresniveau blieb, verbesserte sich die Situation in Göttingen. 2008 lag die Arbeitslosenquote bei 9,3 Prozent gegenüber neun Prozent im Jahr 2009. Dennoch schnitt Südniedersachsen im Landesvergleich mäßig ab: Göttingen landete im Quotenvergleich im unteren Drittel der Agenturen Niedersachsens und Bremens.

Der leichte Aufschwung ist laut Gläser unter anderem hausgemacht: „Wir haben in Südniedersachsen mit 4,7 Prozent eine der höchsten Kurzarbeitsquoten im Land.“ Positiv ausgewirkt habe sich das Konjunkturpaket, mit dem Projekte der öffentlichen Hand finanziell gefördert wurden und insbesondere das regionale Handwerk gestützt worden sei. Auch arbeitsmarktpolitische Instrumente hätten gegriffen. „Wir haben viel Geld in die Hand genommen“, rund 30 Millionen Euro in verschiedenen Kategorien, fasste Gläser zusammen.

Der Agenturvorsitzende wies auf zwei Herausforderungen der nächsten Jahre hin: Da sei zum einen die bevorstehende Neuorganisation des SGB II, die sich aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gegen die Kooperation von Arbeitsagentur und Kommunen in Arbeitsgemeinschaften (Arge) ergebe. Bezüglich der Sozialagentur Northeim „warten wir auf politische Signale“. Die Zeit werde „immer knapper“.

Ein weiterer Problembereich werde 2011 der „doppelte Abiturjahrgang“ sein – neben den 13. schließen erstmals die 12. Klassen die Schule ab. Bei 1700 zusätzlichen Schulabgängern befürchtet die Arbeitsagentur einen Stau an den Universitäten und auf dem Ausbildungsmarkt. Allerdings, so Tobias Broda, Leiter des Hochschulteams, hätten das Land zusätzliche Studienplätze und die Kammern eine Erweiterung des Ausbildungsangebotes signalisiert. „Wir befürchten trotzdem negative Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt“, sorgt sich Broda.
Im vergangenen Jahr allerdings habe sich dieser Bereich zufriedenstellend entwickelt. Lediglich 21 der bei der Berufsberatung gemeldeten 2276 Ausbildungssuchenden seien zum 1. September erfolglos gewesen. Broda appellierte an die Betriebe, ihre Ausbildungskapazitäten noch zu steigern, um einem durch die geburtenschwachen Jahrgänge zu befürchtenden Fachkräftemangel vorzubeugen.

kk

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