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Rückt Deutschland nach rechts?

Marktumfrage Rückt Deutschland nach rechts?

Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt hat die Partei Alternative für Deutschland (AfD) Erfolge für sich verbuchen können. Ist dies ein Anzeichen dafür, dass Deutschland nach rechts rückt? Das Tageblatt die Besucher des Göttinger Wochenmarktes gefragt.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Karin Dreisigacker aus Göttingen überrascht das Wahlergebnis nicht. Die Partei habe lediglich ängstliche Bürger mobilisiert, sagt sie. Doch Dreisigacker glaubt nicht, dass Deutschland dadurch weiter nach rechts rücken wird. „Eventuell wird jetzt nur sichtbar, was vorher schon war“, erklärt sie weiter. „Es ist auch seltsam, dass von den Linken und der SPD nichts kommt.“

„Ich habe das so erwartet“, sagt Ulli Frank aus Grone. „Die AfD zieht viele Protestwähler an.“ Das gehe aber wieder vorbei, vermutet er. Ähnlich sei es auch bei der Piratenpartei oder bei den Grünen vor 30 Jahren gewesen. „Ich glaube nicht, dass Deutschland nach rechts tendiert. Es ist nur eine Phase.“

Ulli Frank

Quelle: Lorenz

Die Wahl sei „ein reines Ausweichen der Wähler“ gewesen, sagt Elvira Pohl aus Adelebsen. Sie sehe darin allerdings eine Entwicklung in Deutschland, die ihr Sorgen bereite. „Es war eine Protestwahl“, stimmt ihr Ehemann Dieter zu. Auch er findet die Tendenz bedenklich.

Elvira Pohl

Quelle: Lorenz

    

Dieter Pohl

Quelle: Lorenz

„Nicht nur das Ergebnis ist erschreckend, sondern auch, wie die anderen Parteien darauf reagieren“, sagt Julia Isabel Dankenbrink-Bode aus Ebergötzen. Sie sieht in den Wahlergebnissen einen Trend, der aus der Unzufriedenheit der Bürger entstanden sei.

Julia Isabel Dankenbrink-Bode

Quelle: Lorenz

Vor den Wahlen hatten SPD und Grüne eine öffentliche Diskussion mit der rechtspopulistische Partei AfD abgelehnt. „Wir gehen mit der AfD nicht aufs Podium, denn es handelt sich um eine Partei, die Meinungsfreiheit und Demokratie verachtet und die unser System ablehnt“, zitierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung den SPD-Landesvorsitzenden Nils Schmid vor den Wahlen.

Der Chefredakteur des Südwestrundfunks Fritz Frey sagte gegenüber dem Spiegel: „Ich halte das für fatal. So muss doch der Eindruck entstehen, wir würden uns unsere journalistischen Sendungskonzepte von den Parteien diktieren lassen.“

Von Björn Lorenz

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