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Ruhwald auf dem Backenberg geplant

Urnenbegräbnisse Ruhwald auf dem Backenberg geplant

Einen naturbelassenen sogenannten Ruhwald für Urnenbestattungen möchte die Forstgenossenschaft Güntersen auf dem Backenberg errichten. Der Ortsrat hat das Vorhaben einstimmig begrüßt.

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Wegweiser zum künftigen Ruhwald: Auf dem Backenberg möchte die Forstgenossenschaft Urnenbegräbnisse ermöglichen.

Quelle: Vetter

Güntersen. Die Genossenschaft, der 40 Familien angehören, will ein acht Hektar großes Grundstück an der Landstraße 559, die zwischen Güntersen und Imbsen zum Backenberg führt, nutzen. Dort soll ein Holzlagerplatz geschottert werden, damit er künftig als Parkplatz dienen kann. Die Genossenschaft möchte für Andachten Holzbänke und ein Kreuz für Andachten aufstellen, aber kein Gebäude errichten. Die Erschließungswege werden lediglich mit geschreddertem Holz befestigt.

„Die Urnen sollen am Fuße der 70 Jahre alten Buchen in 90 Zentimeter Tiefe beigesetzt werden“, kündigt der Vorsitzende der Genossenschaft, Gebhard Pfahlert, an. Sie müssen aus einem Material sein, das in wenigen Wochen verrottet. Das Ablegen von Kränzen und Blumen ist nicht zulässig. Jeder Bestattungsort wird mit GPS eingemessen. Die Hinterbliebenen erhalten ihren Baum für 99 Jahre in Erbpacht. Die Genossenschaft will zunächst auf einer Fläche von einem Hektar beginnen und die Anlage später erweitern. Laut Pfahlert liegen bereits die ersten Anfragen vor.

Ortsbürgermeister Norbert Hasselmann (WG GL) machte klar, dass mit Einrichtung des Ruhwaldes, die Auslastung der bestehenden Friedhöfe zurückgehen wird. Da dort bestimmte Kosten immer anfielen, würden die Gebühren für die verbleibenden Nutzer steigen. Lothar Querfurth von der Bauabteilung des Fleckens Adelebsen wies jedoch darauf hin, dass die Gemeinde von der Genossenschaft für jede Urnenbestattung Geld erhalten werde. Sie erschließe sich so also auch Einnahmen. Im Ortsrat herrschte trotz Hasselmanns Bedenken Einigkeit, dass ein zusätzliches Angebot Sinn mache.

Nun wird sich der Flecken Adelebsen mit dem Projekt befassen. Stimmt auch der Gemeinderat zu, muss die Einrichtung des Ruhwaldes vom Landkreis geprüft werden. Eventuell ist eine Änderung des Flächennutzungsplans notwendig. Auch der Natur- und Wasserschutz sowie Verkehrsfragen sind zu berücksichtigen, erläuterte Querfurth.  

Der Ortsrat hat sich auch mit dem 2,4 Kilometer langen Wirtschaftsweg befasst, den die Forstgenossenschaft ausbauen will. Er bildet das fehlende Teilstück der Fahrradstrecke zwischen Eberhausen und Löwenhagen und würde Adelebsen an den Radwanderweg entlang der Weser anbinden.  Zurzeit ist insbesondere das 800 Meter lange Mittelstück, wo der Weg eine starke Steigung aufweist, kaum befahrbar.

Die Kosten belaufen sich auf 100 000 Euro, wobei die Landwirtschaftskammer im Bereich des Waldes den Bau zu 70 Prozent fördert. Wie hoch die Förderung im Abschnitt ist, der an Äcker und Wiesen grenzt, ist offen. Dort will die Gemeinde, der die Straße zu 50 Prozent gehört, Mittel beantragen. Das Problem: Sie erhält für den Straßenbau nicht so gute Konditionen wie die Genossenschaft.

Das liegt laut Querfurth unter anderem daran, dass sie nach Eingang der Angebote nicht nachverhandeln kann. Der Kostenanteil für Adelebsen wird mehr als 5000 Euro betragen. Der Ortsrat empfiehlt der Gemeinde, das Geld in den Haushalt 2013 einzustellen. Der Ortsrat selbst wird sich wahrscheinlich mit 500 Euro beteiligen. Den Rest trägt die Genossenschaft.

Von Michael Caspar

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