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Rund 100 Aktivisten verhindern Abschiebung in Göttingen

Ehepaar aus Somalia Rund 100 Aktivisten verhindern Abschiebung in Göttingen

Eine für Montag, 3. November, geplante Abschiebung einer jungen Familie aus Somalia nach Italien ist am Morgen in Göttingen zunächst nicht ausgeführt worden. Knapp 120 Abschiebungsgegner hatten sich gegen 7.30 Uhr vor dem Haus im Maschmühlenweg, in dem die Familie wohnt, eingefunden und gegen die Abschiebung protestiert.

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Rund 120 Aktivisten demonstrieren gegen die Abschiebung.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Nach Angaben von Polizei-Sprecherin Jasmin Kaatz blieb es friedlich. Es habe keine Probleme gegeben. Die Landesaufnahmebehörde Braunschweig habe die Maßnahme bereits im Vorfeld abgebrochen und die Polizei darüber informiert. Die Polizei sei vor Ort nicht präsent gewesen.

Die Forderung an die Göttinger Ausländerbehörde und das hauptverantwortliche BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge), "die Abschiebung auf Grund der menschenunwürdigen Zustände für Geflüchtete in Italien abzusagen", sei im Vorfeld nicht erfüllt worden, teilte die Grüne Jugend Göttingen mit.

Die Eltern und ihre drei Monate alte, in Deutschland geborene Tochter waren von der Göttinger Ausländerbehörde aufgefordert worden, sich am Montag zwischen 7.30 und acht Uhr "für die Rückführung nach Italien zur Verfügung zu halten". Der 22 Jahre alte Vater war nach Angaben von Unterstützern aus Somalia zunächst nach Italien und von dort später weiter in die Bundesrepublik geflüchtet.

Nach den sogenannten Dublin-Verordnungen müssen Flüchtlinge ihr Asylverfahren in demjenigen Land betreiben, über das sie nach Europa eingereist sind. Ein Sprecher der Stadt Göttingen sagte auf epd-Anfrage, die Kommune habe zwar im Rahmen der Amtshilfe das Schreiben an die Familie verfasst, sei für die Abschiebung selbst aber nicht zuständig.

Das Verfahren zur Rückführung werde vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie von der Landesaufnahmebehörde betrieben.

"Die Familie hielt sich um 7.30 Uhr im Maschmühlenweg bereit und widersetzte sich damit nicht den Vorgaben der Abschiebeankündigung. Die Vollstreckung der Abschiebung wurde von mehr als 120 solidarischen Menschen verhindert, indem der Zugang zur Wohnung der Familie blockiert wurde", hieß es weiter.

Das Ehepaar aus Somalia sei "vom Krieg, der Alltäglichkeit von Gewalt und der jahrelangen Flucht" traumatisiert, hatte der Arbeitskreis Asyl im Vorfeld mitgeteilt.

"Unsere Forderung ist das Bleiberecht und ein unbefristeter Aufenthaltsstatus für die Familie in Deutschland", teilte die Grüne Jugend mit.

afu/epd

Dieser Artikel wurde aktualisiert

Rund 120 Aktivisten demonstrieren gegen die Abschiebung. © Pförtner

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