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Wie aus Opas Avensis eine Tuning-Schatz wird

Auto-Treffen auf Burg Hardegsen Wie aus Opas Avensis eine Tuning-Schatz wird

„Folieren“, das ist ein Trend in der Auto-Tuning-Szene. Das sagt Pascal Illing, der am Sonntag mit seinem leuchtend blauem BMW-Cabrio auf die Burg Hardegsen gekommen ist. Der Kasselaner ist einer von rund 200 Autobesitzern, die ihre aufgemotzten Fahrzeuge beim Tuning-Treffen präsentieren.

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Auto-Tuning-Treffen auf der Burg Hardegsen

Quelle: Wenzel

Göttingen. Der 3er-BMW Baujahr 2002  besticht nach außen aber eher durch dezentes Tuning. Tief, klar. Blitzende Chromfelgen, sowieso. Unter der Motorhaube nicht nur 192 PS sondern auch viel Chrom, Lack und Extras wie eine Domstrebe, die für zusätzliche Fahrwerksstabilität sorgt. Illing war schon früher in der Tuningszene aktiv, dann habe er aber familienbedingt etwa zehn Jahre Pause  gemacht. Lassen kann er von seinem Hobby aber doch nicht. „Wer das einmal im Blut hat, kommt nicht davon los“, sagt der junge Mann. Jeans, Cap und Jacke sind farblich auf das Fahrzeug abgestimmt. Sein BMW braucht keine Brutal-Spoiler. Glanz, Chrom und Leistung, das ist Illings Stil. Im Alltag fährt er einen Kombi. „Der hier, der liegt für den Alltag viel zu tief auf der Straße.“


Weniger ist mehr: Das gilt hier nur für einige. Der Nürnberger Fahrer einer silbernen Corvette setzt auf Brachial-Design. Die Motorhaube seines Amischlittens ziert ein Airbrush-Bild der Rockband „Böhse Onkelz“.
Ganz anders sieht es bei Marc-André Stein und Alison Lunkeit aus. Das junge Paar aus Ennepe -Ruhr-Kreis ist in einem silbergrau-rotem Toyota Avensis angereist. Tief, breit, Aufkleber wie „Fetten, Bass...“ (In der Schrift der TV-Show „Wetten, dass..?“). Auf den ersten Blick ist der Wagen kaum mehr als biederer Mittelkasse-Wagen zu erkennen. Kaum ein Detail, das nicht in liebevoller Kleinarbeit getuned wurde. Roter Lack mit Totenköpfen ziert im Inneren die Flächen, die sonst schlichten Kunststoff tragen. Rückbank? Fehlanzeige. Statt einem Kindersitz thront hier König Hi-Fi. Mehr als 150 Dezibel holt Stein aus seinen Boxen. Damit tritt er bei speziellen Auto-Sound-Wettbewerben an. „Im vergangen Jahr wurde ich bei den SPL-Classics deutscher Vizemeister“, sagt er. Wie viele Stunden Arbeit im Wagen stecken, kann der Maschinenbau-Student nicht mehr beziffern. Seit acht Jahren steckt er Geld und Zeit in sein detailreiches Schätzchen.

Neben vielen BMW, Golf GTI oder Opel ist ein Toyota  ein eher seltenes Objekt beim Tuning-Treffen im Burghof. Warum also diesen Modell? Ich habe das Auto vor acht Jahren als ganz normalen Serienwagen  von meinem Opa bekommen“, erklärt Stein. Das Fahrwerk sei ihm aber zu weich gewesen – der Umbau war der Beginn einer langen Tuning-Liebe.  Und Opa, der ist heute stolz auf  den Enkel und seinen einzigartigen Avensis.

Porsche und Golf siegen

Knapp 250 Autobesitzer:und 750 weitere Besucher haben nach Angaben der Organisatoren am Tuning-Treffen teilgenommen. „Die Fahrzeuge wurden in verschiedenen Kategorien bewertet, beispielsweise als Oldtimer, Youngtimer, Ratte, Motorrad und Top 30“, erklärt Karina Dübel, die die Veranstaltung gemeinsam mit Olaf Düvel organisiert. In der Kategorie Oldtimer hat der Porsche von Karl Heinz Flohe den ersten Platz belegt. Das Fahrzeug stammt ursprünglich aus Kalifornien und wurde in Deutschland von seinem  Besitzer restauriert. In der Kategorie Youngtimer siegte Martin Wilhelm mit seinem „sehr individuellen Opel Calibra“, so Düvel.  Das Fahrzeug überzeugte durch extreme Umbauten  und Airbrush-Arbeiten. In der Kategorie Top 30 hat die Corvette von Stefan Fritz gewonnen. Der mit Airbrush-Motiven der „Böhsen Onkelz“ dekorierte Sportwagen ist zudem hinten auf  2,53 Meter verbreitertet. Der Besitzer ist extra aus Nürnberg angereist. Da nur ein Motorrad  teilgenommen hatte, belegte Sven Kurth den ersten Platz. In der Kategorie „Ratte“, Autos die durch eine rostige Optik überraschen, siegte der Golf 3 von Markus Licht. „In diesem Projekt stecken viel Mühe und Kreativität. Es ist ein Kunstwerk für sich“, so die Begründung. Die Düvels planen schon fürs nächste Jahr ein „Die- Burg-ruft-Treffen“. „Uns und den Besuchern hat es wieder sehr großen Spaß gemacht“.

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