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Rund 200 Schüler beim „Berufs-Parcour“

„Nicht als Beruf“ Rund 200 Schüler beim „Berufs-Parcour“

Sägen, schrauben, basteln - während des „Berufs-Parcours“ in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (GSG) konnten rund 200 Schüler technische Berufe kennenlernen. „Vorurteile abbauen“ hieß das Vorhaben der Veranstalter - besonders bei Schülerinnen.

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Quelle: Hartwig

Göttingen. „Ich finde das cool, das mal zu machen, aber nicht als Beruf“, sagte Cansu und traf damit die Veranstalter des „Berufs-Parcours“ ins Mark. Die Achtklässlerin geht auf die Geschwister-Scholl-Gesamtschule, dort organisierte die Stiftung Niedersachsen Metall die Berufsinformationsveranstaltung in diesem Jahr zum zehnten Mal. „Wir wollen Ausbildungsberufe vorstellen und gerade auch den Mädchen zeigen, dass sie diese ausüben können“, erklärte Bettina Blecher von Niedersachsen Metall. Dass sich Mädchen nur selten einen Beruf in der Metall- oder Elektro-Industrie vorstellen können, sei traurig, sagte Blecher. Aber: „Das ist der Grund, warum wir den Parcours machen.“

Vorurteile abbauen

Vierzehn Unternehmen waren in diesem Jahr vertreten, von der Abfallwirtschaft bis zur Mechatronik. Die Möglichkeit, über die Veranstaltung neue Berufe kennenzulernen, finde sie gut, sagte Pauline. Nach der Schule einen technischen Beruf auszuüben, könne sich die Schülerin der Bonafatiusschule II aber „eher nicht“ vorstellen. „Ich glaube, da haben wir wirklich ein Problem“, sagte Blecher. Dabei sei vielen Menschen gar nicht bewusst, dass Berufsanfänger mit einer klassischen Ausbildung in dieser Branche durchaus höhere Einstiegsgehälter bekommen könnten, als so mancher Universitäts-Absolvent. „Wir versuchen da einfach auf allen Ebenen die Vorurteile abzubauen“, sagte Blecher.

Damit das vor allem bei den Mädchen gelingt, wurden die Schüler nach Geschlechtern getrennt. „Wenn wir sie zusammen lassen würden, dann würden die Mädchen kaum etwas ausprobieren, weil sich die Jungs vordrängeln“, erklärte Lehrer und Mitorganisator Frank Richardt. Das Konzept jedenfalls schien aufzugehen: Die Schülerinnen probierten sich an Stromkreisläufen, arbeiteten mit Sägen oder kreierten buntes Süßgebäck. „Die Schüler und Schülerinnen lernen Berufe kennen, von denen sie vorher noch nie etwas gehört haben“, sagte Richardt - zum Beispiel Industriemechaniker, Medientechnologe oder Orthopädietechniker. Am Ende zeigte sich auch Pauline von einem Praktikum in einem technischen Betrieb nicht mehr abgeneigt: „Das finde ich schon cool, da bekommt man noch einen besseren Eindruck.“ Und „so ein bisschen“ könne sie sich einen technischen Beruf doch vorstellen.  yah

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