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Lohnt sich ein Stadtbus zum Göttinger Kehr?

SPD-Ratsfraktion Lohnt sich ein Stadtbus zum Göttinger Kehr?

Seit 16 Jahren fährt kein Linienbus mehr zum Kehr im Göttinger Wald. Jetzt setzt sich die SPD-Ratsfraktion für eine neue Verbindung in das beliebte Ausflugsgebiet ein – und sei es nur an Wochenenden. Pläne bei den Göttinger Verkehrsbetrieben (GöVB) gibt es dafür zurzeit nicht.

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Das ganze Jahr über wandern und fahren Göttinger und Touristen hoch in den Göttinger Stadtwald-

Quelle: HW

Göttingen. Der Kehr ist beliebt. Das ganze Jahr über wandern und fahren Göttinger und Touristen hoch in den Göttinger Stadtwald. Im Sommer erklimmen viele den Bismarkturm, Kinder zieht es vor allem zum Wildschweingehege und im Winter gibt es bei ausreichend Schnee gute Rodelpisten. Ältere gehen Spazieren. Darüber hinaus sei der Kehr beliebtes Ziel für Freizeitsportler, so die SPD-Ratsfraktion. Der Haken dabei: Während andere Naherholungsanlagen wie der Kiessee gut angebunden sind, gibt es keinen öffentlichen Bus zum Kehr und viele fahren mit dem Auto. Es gebe zwar Buslinien mit Haltepunkten im Wohngebiet Zietenterrasse, „von dort ist aber noch ein Fußweg von mehr als einen Kilometer zu leisten“, heißt es im SPD-Antrag.

Buslinie könnte Attraktivität des Erholungsgebietes steigern

Jetzt will die Fraktion über einen Ratsantrag prüfen lassen, ob und unter welchen Bedingungen Stadt und GöVB eine neue Buslinie zum Kehr einrichten könnten. Sie könnte auch nur an Wochenenden als Sonderlinie eingesetzt werden. Denkbar wäre zudem eine Art Bürgerbus unter Regie eines Vereins, gefahren von Ehrenamtlichen. Eine Buslinie in den Stadtwald würde die Attraktivität des Naherholungsgebietes noch mehr steigern und wäre zudem eine umweltfreundliche Alternative für Autofahrer.

Die GöVB bestätigen, dass bis 2000 eine Linie A bis zum Kehr fuhr. Sie sei mit dem Start eines neuen Liniennetzes eingestellt worden - „es hat sich bei relativ wenigen Fahrgästen wirtschaftlich nicht mehr gelohnt“, erklärte GöVB-Sprecherin Stephanie Gallinat-Mecke. Außerdem sei damals eine neue Linie 1 mit Haltepunkten „Vor dem Walde“ in der Grete-Henry-Straße eingerichtet worden. „Von dort ist es nicht mehr weit zum Kehr.“

Gallinat-Mecke: Bedarf eher gering

Es gebe zwar ein oder zwei Kundenanfragen im Jahr nach einem Kehr-Bus, so Gallinat-Mecke, generell sei der Bedarf aber sehr gering. Vor diesem Hintergrund gibt es auch keine Überlegungen, den Stadtwald wieder direkt mit Stadtbussen anzufahren. Sollte die Stadt es wünschen, müsse sie die GöVB damit beauftragen - „und den zusätzlichen Dienst bezahlen“. Auch ein Bürgerbus sei theoretisch möglich. Solche Modelle, die auf Ehrenamt beruhen, seien aber eher in Dörfern und kleineren Wohnbereichen üblich – mitorganisiert von den Nutznießern. Ihren Antrag will die SPD in der August-Sitzung des Rates einbringen.

Der Kehr

Ganz in der Nähe des Kehrs im Göttinger Stadtwald befindet sich der Bismarkturm mit Blick über ganz Göttingen. Er ist von April bis September
samstags, sonntags und an Feiertagen von 11.30 bis 18 Uhr geöffnet. Ebenfalls am Kehr befindet sich ein 22 Hektar großes Wildtiergehege mit Damwild (40 bis 50 Tiere) und bis zu 30 Wildschweinen. Ausgeschilderte Rundwanderwege führen vom Kehr und Hainholzhof auf fünf bis sechseinhalb Kilometer langen Strecken durch den Stadtwald. Mit dem Stadtbus erreichbar ist der Kehr zurzeit mit der Linie 21, Haltestellen „Vor dem Walde“ und „Grete-Henry-Straße“. Fußweg ab hier: etwa 1,3 Kilometer, knapp 20 Minuten Gehzeit, teilweise steil.

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