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Siekhöhe statt IWF

Proteste im Ratsausschuss Siekhöhe statt IWF

Das Flüchtlingswohnheim der Stadt Göttingen im ehemaligen IWF am Nonnenstieg wird in gut einem Jahr geschlossen. Die umstrittene Einrichtung im Gewerbegebiet Siekhöhe soll weiter betrieben werden - zunächst aber ebenfalls nur für ein Jahr. Das haben die Sozialpolitiker des Rates am Dienstagabend mehrheitlich beschlossen, gegen heftigen Bürgerprotest

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Bei einem vorangstellten Besuch der Ausschussmitglieder im Flüchtlingsheim Siekhöhe überreichten Flüchtlingsunterstützer den Politikern ein Überlebenspaket für die Schlafplätze in der Lagerhalle: mit Schlafmaske und Ohrschützern.

Quelle: Schubert

Göttingen. „Selten haben wir eine so schwierige Entscheidung treffen müssen“, kommentierte Ludwig Theuvsen (CDU) die Debatte um die beiden Flüchtlingswohnheime. Dass drei andere Einrichtungen geschlossen werden, ist schon beschlossen, jetzt soll eine Weitere folgen. Auch Regina Meyer sprach von einer „außergewöhnlich schweren Entscheidung“, die für die Grünen am Ende einer Güterabwägung unterliege. Für die SPD betonte Klaus-Peter Hermann mit Blick auf etwa 70 Gäste, die vehement für die Einrichtung im einstigen IWF-Haus kämpften: „Wir stimmen heute nicht über Engagement und Ehrenamtlichkeit ab.“

Zuvor hatte Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt dafür geworben, das Wohnheim am Nonnenstieg zu schließen. Beide Einrichtungen würden hervorragende Arbeit leisten – mit unterschiedlichen Konzepten. Aber mit Blick auf die Flüchtlingszahlen müsse die Stadt eine weitere Einrichtung schließen. Platzanzahl und optimale Erstversorgung sprächen für die Einrichtung am Anna-Vandenhoek-Ring. Dass der Eigentümer des Geländes am Nonnenstieg dort jetzt Mietwohnungen auch zu sozialverträglichen Preisen bauen wolle, spreche gegen diesen Standort.

Unerträgliche Unterbringung

Eines von mehreren Argumenten, dem SPD und Grüne mit ihren fünf Mehrheitsstimmen folgten. Auf Antrag der Grünen soll die Einrichtung auf der Siekhöhe aber zunächst auch nur ein Jahr vorgehalten und parallel geprüft werden, ob 100 Flüchtlinge aus dem Göttinger Kontingent auf den Landkreis mit besseren Unterbringungsmöglichkeiten übertragen werden können.

Die CDU enthielt sich in der Abstimmung, Linke und die Fraktion Piraten-Partei stimmten dagegen. „Das IWF ist ein Zuhause, die laute Umgebung in der Siekhöhen-Halle für Menschen unerträglich“, sagte Edgar Schu (Linke). Am Nonnenstieg könnten Flüchtlinge erfahren und lernen, wie es ist, ein normales und selbstständiges Leben zu führen, ergänzte Helena Arndt (Die Partei).

Zuvor hatte Marina Timofeeva mehr als 1000 Unterschriften gegen eine Schließung der IWF-Einrichtung protestieren. Auch während einer Bürgerfragestunde hinterfragten etliche Zuschauer die Haltung der Ausschussmehrheit. Die Unterbringung von Flüchtlingen in einer Lagerhalle im abgelegenen Gewerbegebiet Siekhöhe sei unerträglich und menschenunwürdig.

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