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Säckeweise Kuscheltiere in den Müll

Nach Brand im Kindergarten Säckeweise Kuscheltiere in den Müll

Schaf Gertrud hat den Brand nicht überlebt. Das größte aller Kuscheltiere, fast lammgroß, steckt jetzt wie all die anderen in einem Müllsack und wartet auf die Entsorgungfirma.

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Lichtdurchfluteter Bewegungsraum: Hier spielten, tanzten und tobten bis Donnerstag 80 Krippen- und Kita-Kinder.

Quelle: Gückel

Göttingen. Die dutzenden Maskottchen der Igel-Krippengruppe, die vielen kleinen Füchse der Fuchsgruppe, die Spielsachen der Kindergartenkinder sowieso – sie alle landen im Müll. Der beißende Rauch des Feuers am frühen Freitagmorgen ist in den Stoff gezogen und wird nie wieder zu beseitigen sein. Was den 80 Kleinkindern am liebsten war in ihrem Kindergarten, wurde vom Feuer zerstört.

Seitenlange Listen

Am Montag, 10. September, saßen die 16 Mitarbeiter der ausgebrannten Kita Kreuz und Quer zusammen und füllten für die Versicherung seitenlange Listen aus, was neu beschafft werden muss. Zum Beispiel all die Kinderbücher. Was noch gereinigt werden kann, das sollen heute Fachleute einer Spezialfirma aus Kassel sagen. Fußböden der Krippen, Stühle, Schränke und Tischchen haben am Sonnabend in einer beispiellosen Hilfsaktion bereits  rund 30 Eltern geputzt. Auch ehemalige Mitarbeiter, selbst Eltern, deren Kinder längst in der Schule sind, halfen.

Nachdem über das Unglück des Kindergartens etwas in der Zeitung stand, rollten am Sonntagmittag etliche Ex-Eltern mit einem ganzen Bollerwagen voller Essen an, darunter Ehemalige, die heute in München oder Oldenburg leben. Sie waren – reiner Zufall – am Wochenende in Göttingen zum Ehemaligen-Treffen und halfen spontan mit.

Überwältigende Hilfsbereitschaft

Auch sonst, so Kita-Leiterin Dagmar Berns, sei die Hilfsbereitschaft überwältigend. Gerade hat sie einen Anruf aus Stockholm erhalten. Eine Firma, für die einer der Väter arbeitet, hat vom Feuer erfahren und eine Spende angekündigt. Das haben so viele, dass das Kirchenkreisamt unter Nummer 828 (BLZ 2605001/Sparkasse Göttingen) ein Spendenkonto eingerichtet hat. „Verwendungszweck angeben“, sagt Berns. Und die Versicherung, die von mehreren hunderttausend Euro Schaden ausgeht, verhandelt mit der Staatsanwaltschaft gerade über die Auslobung einer Belohnung für Hinweise auf den Brandstifter.

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Schäden größer als vermutet

Der Aufbau des Kindergartens der Kreuzkirchengemeinde, der Anfang September durch ein Feuer weitgehend zerstört wurde, wird sich verzögern. Das bestätigte gestern Pastorin Dörte Keske. Das Ausmaß der Schäden sei einfach zu groß. Derzeit gehe man davon aus, dass der Kindergarten erst im Herbst kommenden Jahres wieder bezugsfertig sei.

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