Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Saltos und zittrige Arme

Mitmachangebote Saltos und zittrige Arme

„Eins, zwei, drei“, höre ich noch, dann geht alles ganz schnell. Ich springe hoch, ziehe die Knie nah an meinen Körper – zumindest versuche ich es -, während Trampolin-Trainer Alexander Wagner mich herumschleudert. Und lande beim dritten Versuch sogar auf den Beinen – mein erster Rückwärtssalto auf dem Trampolin ist geschafft.

Voriger Artikel
Kyles Tolone spielen um 17 Uhr
Nächster Artikel
Wasser ist das zentrale Element

Tageblatt-Mitarbeiterin Hannah Scheiwe testet die Mitmachangebote beim Erlebnis Turnfest.

Quelle: CH

Göttingen . Stolz und mit zittrigen Armen und Beinen verlasse ich das Trampolin in der Turnhalle des Felix-Klein-Gymnasium, einer Station für Turn-Mitmachangebote auf dem Erlebnis Turnfest.

Gleich daneben befinden sich die sogenannten „AirTrack“-Bahnen zum Turnen. Das große Luftkissen, das in drei Bahnen eingeteilt ist, sieht aus wie eine überdimensional große Luftmatratze. Spielend leicht scheinen die Kinder und Jugendlichen darauf Saltos und Flik Flaks zu machen. „Die AirTracks haben im Gegensatz zu normalen Matten Auftrieb, fast wie ein Trampolin“, erklärt Lukasz Kilmowicz, der Interessierte zum Thema „AirTrack“ informiert.

Unschlüssig stehe ich vor der Bahn, entschließe mich dann dazu, ein paar Räder darauf zu schlagen – etwas anderes kann ich leider nicht. Das klappt gut, beim Rad schlagen merke ich aber keinen besonderen Auftrieb. Zum Glück gibt es neben der Bahn, die ich lieber wieder den Nachwuchs-Turnern überlasse, noch kleinere „AirTrack“-Polster in Form von Rollen. „Damit kann man Handstand oder Flik Flak üben“, erklärt Kilmowicz. So lehne ich mich langsam rückwärts über die Rolle, bis meine Hände den Boden berühren, schwinge dann meine Beine ebenfalls rückwärts darüber – und verstehe, was er meint. Fehlt nur noch der Handstand vorher und mehr Schwung, dann macht man im besten Falle einen Flik Flak. Auf den verzichte ich heute aber lieber.

Über Kopf drehe ich mich dafür beim Rhönrad-Turnen. Dicht an dicht rollen Menschen in Rhönrädern mit Menschen durch die Sporthalle. Auch ich wage mich in eines der großen, weißen Räder mit den Griffen. Jody Wilsdorf, die selbst Rhönrad fährt und Interessierten dabei hilft – als Anfänger kann man sich noch nicht allein in dem Rad bewegen -, schnallt meine Füße in der Halterung fest. „Und schön die Fußspitzen nach unten drücken“, sagt sie, „damit deine Füße nicht rausrutschen“.

Dann dreht sie mich zwei Runden – und ich merke, wie sehr ich diesen Sport unterschätzt habe. Nur festklammern reicht nicht, Körperspannung und Kraft sind gefragt. Besonders deutlich wird das, als Wilsdorf mir vorschlägt, mich nur mit einem Arm festzuhalten, während sie mich über Kopf dreht. Meine Kraft reicht nicht aus, ich knicke im Arm ein – und hangele verzweifelt mit der anderen Hand nach dem Griff. Mit der Erleichterung, das Rad zu verlassen, geht der Respekt für die Rhönradturner einher – wie die in den Rädern Saltos schlagen können, bleibt mir rätselhaft.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“