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Flüchtlinge müssen Deutscher Schabe weichen

Schädlingsbekämpfung in der Großen Breite 10 Flüchtlinge müssen Deutscher Schabe weichen

Die mehr als 50 Flüchtlinge aus der Unterkunft an der Großen Breite 10 müssen nun doch das Gebäude für mehrere Wochen wegen eines Schabenbefalls verlassen. Das geht aus einer Einschätzung durch Umweltmediziner Roland Suchenwirth vom Landesgesundheitsamt hervor.

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Eine gemeine Küchenschabe, auch Kakerlake genannt.

Quelle: r

Weende. „Wenn was gemacht wird, dann soll es auch richtig gemacht werden“, sagte Suchenwirth, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin. Ziel sei es, dass die Schädlingsmittel vier Wochen - so lange dauert ein Lebenszyklus der Schabe - in dem Gebäude wirken können. In einem sechsseitigen Schreiben, das dem Tageblatt vorliegt, begründet Suchenwirth seine Einschätzung. Ein wichtiges Sanierungsziel sei, „die großräumige Weiterverbreitung der Schaben beziehungsweise ihrer Eier, anhaftend an Briefen oder Paketen, durch die Postverteilung sicher zu verhindern“. Daher müssten auch die Räume der DHL im Erdgeschoss des Gebäudes gereinigt und die Schaben in allen drei Geschossen gleichzeitig, zeitnah, effektiv und nachhaltig bekämpft werden. Eine Rückkehr der Bewohner in das Haus, bevor die Bekämpfung beendet ist, schließt der Mediziner wegen der Giftigkeit der eingesetzten Stoffe aus. Einige Mittel seien dann gar nicht einsetzbar.

Die ehrenamtlichen Helfer kritisieren Suchenwirths Ausführungen. Ihr Vorwurf: Der Mediziner sei gar nicht vor Ort gewesen, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Suchenwirth bestätigt das. Er habe seine Informationen über den Befall des Gebäudes mit der Deutschen Schabe von Kollegen aus dem Göttinger Gesundheitsamt. Die Helfer bezweifeln Suchenwirths Unabhängigkeit, die zuvor von der Stadtverwaltung zugesichert worden war. Auch sei der Nachweis nicht erbracht, dass es in dem Haus tatsächlich Schaben gebe.

Nach der Reinigung des Gebäudes sollen die Bewohner von der Unterkunft am Groner Anna-Vandenhoeck-Ring wieder nach Weende zurückkehren. Ein von Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) angekündigtes Gespräch mit dem Vermieter der Großen Breite 10 über eine „weitere Sondernutzung“ hat es noch nicht gegeben. Es soll voraussichtlich in der kommenden Woche nachgeholt werden. Der Mietvertrag, der 2015 geschlossen wurde, läuft zehn Jahre.mib

Im Zentrum

Die Ratsfraktion: und der Stadtverband der SPD werten die erzielte Einigung zwischen Verwaltung und Flüchtlingshelfern, dass die Flüchtlinge in ihre Unterkunft an der Großen Breite zurückkehren können, als Beleg, „dass Haupt- und Ehrenamt zum Wohl der Flüchtlinge zusammenarbeiten können“. Sie fordern nun eine „klare und offene Information“ der Helfer ein. Die Konflikte der vergangenen Wochen wären durch eine qualifizierte Mediation vermeidbar gewesen.

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