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Schaf erholt sich von seinen Strapazen

Nach Fund im Gebrauchtwagen Schaf erholt sich von seinen Strapazen

Wer hat das Schaf im Mitsubishi eines Göttinger Gebrauchtwagenhändlers eingesperrt? Und woher stammt es? Das ist der Polizei zufolge weiter völlig offen. Derweil erholt sich das Tier bei Schafhalter Rüdiger Grossert in Ischenrode von seinen Strapazen. Es hat jetzt auch einen Namen: „Koffer“.

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Schäfer Rüdiger Grossert mit seinem neuen Schützling.

Quelle: Lieske

Göttingen/Ischenrode. Grossert hat es mit reichlich Stroh und Kraftfutter versorgt. Und die Artgenossen sind auch nicht weit. „Es ist ein sehr gelassenes Schaf und überhaupt nicht wild“, sagt Grossert. Er vermutet, dass der kleine Bock an Menschen gewöhnt ist und aus guter Haltung stammt.

Offenbar gut gepflegt

Außerdem sei er gut genährt. Das Kraftfutter in seiner Box rühre er nur gelegentlich an. Einen Namen hat sich der Schäfer auch schon übelegt: „Koffer, damit er sich daran erinnert, wie er behandelt wurde.“ Über die Umstände, die Koffer zu ihm brachten, ist Grossert bestürzt: „Man kann ein Tier nicht so sitzen lassen“, sagt der 53-Jährige. Um Tiere müsse man sich kümmern. Im Übrigens sei es das erste Mal, dass ein Tier auf diesem Wege zu ihm komme.

Zu welcher Rasse genau Koffer gehört, da ist sich Grossert nicht sicher. Es könne entweder eine Skudde, eine alte ostpreusische Rasse, oder ein Bretonisches Zwergschaf, auch Quessantschaf genannt, sein. Aber auch eine Mischung aus beidem sei denkbar. Diese kleinen Schafrassen eigneten sich besonders zur Landschaftspflege, sagt der Schafhalter. Fleisch lieferten sie kaum. Auch die Wolle sei sehr rau und deshalb kaum gefragt.

Grossert selbst hält Heidschnucken, Leineschafe, Skudden und Nolana. Allesamt vor allem zur Pflege und Instandhaltung von Grünflächen. Angefangen mit zwei Schafen habe er nun um die 500 Mutterschafe in seinem Stall und auf den Weiden.

Was nun genau aus Koffer wird, ist noch nicht klar. „Vielleicht meldet sich ja noch jemand“, sagt Grossert. Ansonsten werde der Bock nun noch ein paar Tage allein in der Box bleiben und dann zu der Skudden-Herde gelassen. „Spätestens Ende April geht es dann raus. Das sind sehr robuste Schafe, die gehören nach draußen“, sagt der Schäfer. Auch eine Schur stehe für Koffer bald an.

Noch einige Jahre vor sich

Der Neuzugang hat sich bereits an seine neue Umgebung gewöhnt. Nur trockenes Brot frisst er nicht auf Anhieb. „Ein wählerisches Schaf“, stellt Grossert lachend fest. Auf zwei bis drei Jahre schätzt der 53-Jährige den Bock. Bei einer Lebenserwartung von zehn bis zwölf Jahren hat er sein Leben damit noch vor sich.

Unterdessen fehlt von den Tätern bislang jede Spur. Unbekannte hatten das Schaf auf dem Betriebsgelände eines Autohändlers an der Kasseler Landstraße am vergangenen Wochenende in einem zum Verkauf angebotenen Mitsubishi eingesperrt. Erst am Montag wurde es geretett.

Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet. Zeugen, die Angaben zur Herkunft des Schafbocks machen können, sollen sich unter Telefon 05 51 / 4 91 21 15 melden.

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