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Schatzsuche begeistert Flüchtlingskinder

„Runder Tisch Zieten“ organisiert Spiel für Kinder Schatzsuche begeistert Flüchtlingskinder

 Sie sind aufgeregt, laufen kreuz und quer. Immer wieder übersehen sie die Pfeile an den Bäumen. Einige von ihnen haben noch nie einen Wald gesehen - jetzt führt sie eine Schatzsuche mitten hinein. Der „Runde Tisch Zieten“ hat sie für die Kinder aus Zwei Flüchtlingsheimen in Göttingen organisiert.

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 Manche der Kinder sehen zum ersten Mal einen Wald.

Quelle: Heller

Göttingen. Es regnet. Es ist kalt. Der Matsch klebt schwer an den Schuhen – einige tragen nur Turnschuhe. Trübsalwetter herrscht an diesem Sonnabend am Kehr im Göttinger Wald. Den etwa 20 Kinder ist das völlig egal: Aufgeregt und neugierig stapfen sie weiter, schauen hinter Baumstümpfe und unter Holzstapel.

Weiße Pfeile und rosa Ausrufezeichen weisen ihnen den Weg – aber immer wieder laufen sie im Eifer daran vorbei und müssen von ihren erwachsenen Begleitern zurückgerufen werden. Es ist die erste Schatzsuche für die elfjährige Joana aus Albanien – und sie entdeckt als erste das erste Versteck auf dem Schatzsucher-Pfad: Saft in Tüten, der Proviant für den weiteren Weg. „Das macht Spaß sagt“ sie hörbar begeistert und lacht.

Joana wohnt in der städtischen Flüchtlingsunterkunft auf den Zietenterrassen. Ihre hauptamtlichen Betreuer werden von ehrenamtlich Tätigen im „Runden Tisch Zieten“ unterstützt, auch von Katja Langebach, die die Schatzsuche federführend organisiert hat. „Die Kinder sollen raus kommen in die Natur, einfach toben dürfen und Spaß haben“, sagt sie.

Den haben auch einige Kinder aus der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Gebäude der Voigtschule, die mit suchen. Ganz verträumt saugt die fünfjährige Valentina an ihrem Strohhalm und kann sich nicht entscheiden, ob sie weiter die längere Runde für die Großen oder den Schatzpfad für die Kleinen gehen soll. Schätze finden am Ende alle Kinder: Kuschel- und Schleichtiere, Seifenblasen, Spielzeugautos, Puzzles. Langenbach hat sie aus dem Etat der Initiative bezahlt, einiges haben Unterstützer gespendet.

Dass die meisten Kinder noch nicht gut Deutsch sprechen können, ist bei diesem Spiel unwichtig. Worum es geht, verstehen sie schnell, gemalte Pfeile sind international. Langenbach hatte gehofft, dass nach diversen Ankündigungen im Umfeld der Wohnheime auch Deutsche Kinder mit auf Schatzsuche gehen – im Spiel vereint mit den Flüchtlingskindern. Niemand kam, „das enttäuscht uns schon ein wenig“, sagt sie. Joana, Valentina und die anderen Mädchen und Jungen haben trotzdem viel Spaß als Schatzsucher im Göttinger Wald.

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