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Schießen in den Ferien

Ferienprogramm Schießen in den Ferien

Nach dem Amoklauf von Winnenden geraten diverse Institutionen in die Kritik. Erst wurden die Schützen angegangen, dann die Paintball-Spieler. Derweil strickt die große Koalition an einem schärferen Waffenrecht. Ungeachtet dessen wird in den Ferienprogrammen auch hiesiger Kommunen weiterhin die Disziplin Schießen angeboten. Aus gutem Grund, wie es heißt.

Rosdorf bietet es in seinem Sommerferienprogramm an, Adelebsen auch, und die Stadt Göttingen ebenfalls. Die Rede ist von der Sportart Schießen. „Ein gutes Auge, Konzentration auf das Ziel und Entschlossenheit, im richtigen Moment abzudrücken, werden beim Schießen gefordert und geübt“, heißt es zum Beispiel im aktuellen Programmheft der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF) unter der Überschrift „Schießen für Zwölf- bis 16-Jährige“.

Natürlich habe man sich nach Winnenden Gedanken gemacht, erklärt GoeSF-Geschäftsführer Alexander Frey gegenüber dem Tageblatt. Man habe sich dann aber „ganz bewusst“ dazu entschieden, Schießen anzubieten.  Der Grund: „Wir wollen nicht die vielen Menschen, die vor Ort gute Arbeit leisten, in Sippenhaft nehmen.“ Das Schießen gehöre schließlich zum Sport dazu, es sei „ein Stück Lebenswirklichkeit“. Ferner werde auch hier wie bei den anderen Angeboten  „pädagogisch hochwertige Arbeit“ geleistet, so Frey.

So könne man zum Beispiel beobachten, wie besonders Kinder, die große Konzentrationsprobleme hätten, beim Schießen „innerlich ruhig“ würden. „Das Luftgewehr in der Hand, Kimme und Korn aufs Schwarze gebracht, nicht rumzittern, und im richtigen Moment abdrücken – da findet viel im Kopf statt“, sagt Frey. Parallel könnten Kinder „viele Erfahrungen über sich selbst“ sammeln. Daher stehe er „absolut hinter dem Angebot“.

Beim Paintball sehe die Sache hingegen anders aus. Mehrere Anfragen habe es in den vergangenen Jahren von derlei Vereinen gegeben. Dem habe man sich aber verwehrt. Dort gebe es im Gegensatz zum Schießsport schließlich einen „klaren Gewaltbezug zwischen Menschen“, werde die „Vernichtung von Menschen“ geradezu geübt.

Siehe herzu auch den Artikel:  Krieg? "Es ist nichts anderes als Fußball".

Von Andreas Fuhrmann

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