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Schnitzeljagd für ein Paket

Zustellzettel unleserlich, Shop geschlossen Schnitzeljagd für ein Paket

Harald Rohde weiß nicht, ob er über diesen Irrweg lachen oder weinen soll. Vier Tage musste der Göttinger mühselig einen Abholschein entziffern, zweimal vor der geschlossenen Abholstation umkehren und sich über unfreundliche Telefonkontakte ärgern. „Eine Schnitzeljagd“, sagt der Göttinger.

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Beschert Probleme: ein unleserlicher Abholschein.

Quelle: r

Göttingen. Die handgeschriebenen Zeichen auf dem Abholschein könnten eine Art Steno sein: vier unleserliche Wörter, dazu ein paar Zahlen. Auch seine Frau, Kinder und ein Nachbar hätten sie nicht entziffern können, beschreibt Rohde die Ausgangssituation vor einer Woche. Dabei habe er dringend auf das Paket „mit einem wichtigen Teil“ gewartet. Am Freitag sollte es vom Zustell-Unternehmen DPD geliefert werden. Rohde war nicht zu Hause, fand den Abholschein. Nach langer Recherche ahnte er, welcher Shop gemeint war: eine Fahrradwerkstatt in Geismar Süd. Dort stand Rohde am Sonnabend vor verschlossener Tür - mit ihm andere „aufgebrachte“ DPD-Kunden. An der Tür ein Schild: „Samstag Termine nur nach Absprache.“ Die erstgenannte Telefonnummer ließ die Telefone im geschlossenen Laden klingeln. Unter der zweiten Nummer sei ihm nach längerer Debatte geraten worden, wichtige Ware früher zu bestellen, so Rohde. Ihm blieb nichts anderes übrig, als Montag zur angegebenen Öffnungszeit von 10 bis 18 Uhr noch mal zu kommen. Er nutzte seine Mittagspause ab 12 Uhr - und stand wieder vor verschlossener Tür. Erst abends konnte er das Paket in Empfang nehmen.

Montagmittag habe er etwas erledigen müssen und die Zeit seiner Rückkehr auf einem Zettel angegeben, erklärte der Paketshop-Betreiber auf Nachfrage. Seitens DPD gebe es keine Vorgaben, auch sonnabends zu öffnen. Das bestätigt ein Unternehmenssprecher. DPD bevorzuge Partner mit langen Öffnungszeiten an sechs Wochentagen, Mindestvorgabe aber seien 40 Stunden pro Woche und fünf Tage. Das könne er nicht leisten, so der Fahrradwerkstatt-Inhaber, darum habe er den Vertrag zu Ende November gekündigt. „Wir sind bemüht, schnell Ersatz zu finden“, so der DPD-Sprecher. Unabhängig davon seien die Fahrer angehalten, nach erfolgloser Lieferung auf den Zetteln in leserlicher Schrift über den Verbleib des Paketes zu informieren. „In der Tat ist das hier nicht gut gelaufen“. us

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