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„Schön war’s – aber der Film war viel zu kurz“

DVD im Handel „Schön war’s – aber der Film war viel zu kurz“

"Schön war’s. Aber einen Kritikpunkt hätte ich doch“, hörten Chefredakteurin Ilse Stein und die Redakteurinnen Marie-Luise Rudolph und Nadine Eckermann am Sonntag, 26. September, beim Verlassen des Sterntheaters einige Male. „Der Film war viel zu kurz.“ Wenn es das ist, was an „Die 50er Jahre in Göttingen“ stört – damit können die Filmemacherinnen gut leben.

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450 Menschen lassen sich 40 Minuten lang von der Geschichte Göttingens in einem Jahrzehnt fesseln: Zuschauer im Sterntheater.

Quelle: Heller

Umgekehrt heißt das doch: Der Film ist kurzweilig. Wie unterhaltsam sie die 40-Minuten-Dokumentation fanden, die am Sonntag erstmals öffentlich gezeigt wurde, zeigten die Zuschauer im ausverkauften Sterntheater („Wie in den 50er Jahren“, wie Chefredakteurin Stein bemerkte) durch lachende Begeisterung während vieler Szenen im Film und brausenden Applaus nach dessen Ende.

Was den rund 450 Besuchern gefiel, war bereits während der Vorstellung deutlich zu spüren: Alles, was aus heutiger Sicht herrlich altmodisch wirkt, kam gut an – die Erinnerung an das, was bereits in Vergessenheit geraten war oder bisher nicht gewusst wurde, und Szenen, die mit persönlichen Erlebnissen in Verbindung gebracht werden konnten. Mehr als einmal wurde in den Rängen getuschelt „Mensch, war das nicht …?“ Immer wieder hieß es „Na, klar!“ Gerührt, ihren verstorbenen Mann unverhofft auf der großen Leinwand gesehen zu haben, verließ eine Zuschauerin beispielsweise mit einem großen Dank an die Filmmacherinnen und Tränen in den Augen den Saal.

Orte, an denen Zuschauer ihre Kindheit verbracht hatten oder an denen sie später häufig waren – die Stolle, der Kiessee, der Rohns oder das Gasthaus am Kehr wären Beispiele dafür – weckten Erinnerungen. Aber auch Bilder politisch bedeutsamer Ereignisse wie die Demonstrationen gegen Leonhard Schlüter als Kultusminister in Niedersachsen, die atomare Aufrüstung der Bundesrepublik oder die Filme des durch seine nationalsozialistische Vergangenheit abgelehnten Regisseurs Veit Harlan. Vereinzelt war im Anschluss an die Vorstellung zu hören „Ja, richtig. Da war ich auch dabei.“ Szenen, die die Vergangenheit wieder aufleben lassen.


Auffrischen können Interessierte diese Erinnerungen auch vor dem Fernseher. Die DVD „Die 50er Jahre in Göttingen“, die neben dem Film auch umfangreiches Bonusmaterial enthält, kommt am Montag, 27. September, in den Handel. Sie ist zum Preis von 14,90 Euro in den Geschäftsstellen des Tageblattes in Duderstadt, Auf der Spiegelbrücke 11, und Göttingen, Jüdenstraße 13c, erhältlich. Außerdem wird sie während der „Fotowelten“ im Kaufpark angeboten. Wer sich vorab einen Eindruck verschaffen möchte, kann das auf der Tageblatt-Seite im Netz tun. Dort ist ein kurzer Zusammenschnitt des Films zu finden.

Die 40-Minuten-Dokumentation "Die 50er Jahre in Göttingen" wurde am Sonntag im Stern-Kino erstmals öffentlich gezeigt.

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Über eine weitere Kinovorstellung werde in Anbetracht des großen Interesses an der Premiere nachgedacht, sagte Tageblatt-Chefredakteurin Ilse Stein im Anschluss an den Film. Vielleicht können dann auch diejenigen, die für die gestrige Vorstellung keine Karten mehr bekamen, dann noch sagen „Schön war’s. Aber der Film war viel zu kurz.“

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