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Schokokuchen statt Rassismus!

Wätzolds Woche Schokokuchen statt Rassismus!

Letzten Sonntag war ich mit meiner Tochter im besetzten DGB-Haus, weil dort für 12 Uhr ein Jazz-Konzert angekündigt war und ich dachte, das wäre eine gute Gelegenheit sich endlich mal anzuschauen, was da eigentlich los ist. Zu unserer großen Freude hatten die anderen Besucher für ein üppiges Frühstücksbuffet gesorgt, das sowohl Vater- wie auch Tochterwünschen gerecht wurde.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Wir aßen in gemütlicher Runde Schokokuchen, Kichererbsen-Ingwer-Paste (yammi!) und andere Leckereien, lauschten dem Konzert und bekamen eine Führung, die über den Renovierungsstand, weitere Aktivitäten und die Belegung des Hauses informierte. Für diesen gelungenen Spätvormittag danke ich herzlich und kann allen Göttingern nur raten, mal in die Obere-Masch-Straße 10 reinzuschauen.

Friedliches Zusammenleben

Übrigens setzen die Besetzer dort mit ihrem Engagement den Beschluss des DGB-Bundesvorstandes „Flüchtlingspolitik gerecht und solidarisch gestalten, gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern“ vom 2.12.2015 praktisch um, in dem steht: „Wir setzen uns (…) für ein friedliches und solidarisches Zusammenleben und Arbeiten ein.“ Genau das findet ja in dem Haus statt. Weiter heißt es dort über Ehrenamtliche: „Dieses Engagement ist Ausdruck gelebter Solidarität und bedarf der Unterstützung.“ Nur zu!

Mir stellt sich allerdings die Frage, ob Hartmut Tölle als Vorsitzender des DGB-Bezirksverbandes, angesichts seiner unqualifizierten Äußerungen zur Besetzung, diesen Beschluss nicht kennt, oder einfach in der falschen Organisation tätig ist.

Beängstigende Entwicklung

Mittlerweile sind nationalistische Aufmärsche, Anschläge auf Unterkünfte, Pöbeleien und Angriffe auch in Südniedersachen rassistische Normalität geworden, wie letzte Woche, als in Göttingen 2 gebürtige Afrikaner attackiert und als „Kanakenschweine“ beschimpft wurden. Angesichts dieser beängstigenden Entwicklung, sind der Schutzraum und die gelebte Solidarität im besetzten Haus erst Recht bewahrenswert. Auch deshalb sollte das Projekt zeitnah legalisiert werden, zumal der DGB ja seit 6 Jahren ohnehin nichts mit dem Haus anzufangen weiß.

Solidaritätsbekundungen von Seiten der Verwaltungsspitze und des Rates wären dabei natürlich hilfreich, zumal die „OM 10“mit der Unterbringung Geflüchteter eine städtische Aufgabe wahrnimmt. Außerdem würde das sicher die Verhandlungsposition der Besetzer gegenüber dem DGB stärken. Denn auch Hartmut Tölles Kopf ist rund und bietet seinem Denken somit stets die Möglichkeit, die Richtung zu ändern.

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