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Schüler an vier Göttinger Gymnasien boykottieren Mathe-Test

Protest gegen Schulpolitik Schüler an vier Göttinger Gymnasien boykottieren Mathe-Test

Mathetest-Boykott gegen Klassenfahrten-Boykott: An mindestens vier Gymnasien im Raum Göttingen haben sich am Donnerstag Schüler geweigert, einen bundesweiten Vergleichstest der achten Klassen im Fach Mathematik zu schreiben. Stattdessen wollten sie normalen Unterricht machen.

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Boykott gegen Boykott: Weil Lehrer keine Klassenfahrten mehr anbieten wollen, schreiben Schüler keinen Mathe-Test.

Quelle: dpa

Göttingen. Die Schüler sind einem Aufruf von Schülervertretern in Lüneburg gefolgt. Mit ihrer Aktion protestierten sie vor allem gegen die aktuelle Bildungspolitik in Niedersachsen, aber auch gegen den andauernden Klassenfahrtenboykott der Gymnasiallehrer. Schlechte Noten oder eine Strafe müssen sie nicht fürchten.

Nach Tageblatt-Informationen haben am Hainberg-Gymnasium (HG) vier von fünf Klassen den sogenannten Vera-Test verweigert. Am Felix-Klein-Gymnasium (FKG) haben nur acht von 132 Schülern die Arbeit geschrieben. Am Max-Planck-Gymnasium ist laut Schulleitung „der größte Teil“ der Schüler dem Boykottaufruf gefolgt. Am Mündener Grotefend-Gymnasium hat sich nur eine Handvoll beteiligt.

„Wir finden es nicht O.K., was zurzeit in der niedersächsischen Schulpolitik passiert“, erklärten am Donnerstag Birte Wettig und Jona Kienapfel als Sprecher des elften Jahrgangs und Mitorganisatoren am HG zu den Hintergründen der Aktion. Dazu zähle auch die zunehmende Belastung für ihre Lehrer durch Schulreformen. Mit dem Vera-Boykott würden sie die Lehrer zumindest symbolisch „entlasten“, ergänzten die Schülersprecher vom FKG, Miguel Ohnesorge und Jonas Nienstedt: Wenn die Lehrer weniger Klassenarbeiten korrigieren müssen, könnten sie auch wieder Klassenfahrten begleiten. Hintergrund: Die Lehrer an den meisten niedersächsischen Gymnasium boykottieren seit Schuljahresbeginn Klassen- und Kursfahrten. Damit kämpfen sie wiederum gegen eine vom Land verordnete Verlängerung ihrer wöchentlichen Arbeitszeit.

Die Schüler kritisieren aber auch die Vera-Tests selbst als „pädagogisch zweifelhafte Vergleichsarbeit“. Zum einen seien die Aufgaben mit Ankreuz-Antworten kaum geeignet, den Wissensstand der Schüler zu erfassen. Zum anderen kämen die Ergebnisse so spät, dass sie kaum noch zu verwerten seien.

Die Teilnahme an den Vera-Tests ist Pflicht. Sie werden nach Angaben des Kultusministeriums aber nicht benotet, und ihre Ergebnisse fließen nicht in die Zeugnisnoten ein. Auch vor diesem Hintergrund erklärten Vertreter der Schulen, dass sie den Boykott der Landesschulbehörde zwar mitteilen, aber keine Sanktionen verhängen werden.

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