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Daten statt Müll sammeln

Schüler-Aktion Daten statt Müll sammeln

Schüler des Göttinger Felix-Klein-Gymnasiums haben sich am Freitag als "Plastikpiraten" versucht. Bei einer Aktion zum Wissenschaftsjahr 2016/17 haben sie Daten zur Müllbelastung der Leine erhoben.

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Schüler des Göttinger Felix-Klein-Gymnasiums untersuchen die Müllbelastung der Leine.

Quelle: Christoph Mischke

Göttingen. Gummstiefel, Netze und Müllsäcke - gut ausgerüstet waren die Achtklässler am Morgen zur Leine gezogen: Ihr Ziel: Wie hunderte andere Klassen in ganz Deutschland wollten sie herausfinden, inwiefern Plastik und besonders Mikroplastik den Fluss belasten. "Denn das ist für die Tiere in Meeren und Flüssen schädlich", erklärte Sevin, einer der Schüler aus dem Wahlpflicht-Kurs Ökologie.

Die Schüler hatten sich in Gruppen aufgeteilt: Einige sammelten Rahmendaten zu Ufer-Flora und Fließgeschwindigkeit der Leine, andere erfassten die Menge an Müll auf einer vorgebenen Fläche. Ihre Ausbeute war eher mager: "Oben am Wehr hätte man mehr gefunden", glaubt beispielsweise Nils. Eine weitere Gruppe fischte mit einem speziellen Netz nach Mikroplastik, also Teilchen kleiner als fünf Millimeter.

Deren Ergebnisse waren am Freitag noch nicht absehbar - die Auswertung erfolgt erst später an der Universität Kiel. Für Sevin ist das kein Problem, er sammelt ohnehin lieber Daten als Müll: Letzteres sei zwar gut gemeint, aber "man kann ja nicht jede Woche Müll sammeln gehen", findet er. Mit einer guten Datengrundlage könnten ihm zufolge hingegen politische Maßnahmen eine größere Wirkung erzielen.

Die am Freitag gewonnenen Informationen sollen laut Lehrerin Pia Steinweg jedenfalls "nicht einfach im Papierkorb landen". Nach Angaben des, für die Aktion verantwortlichen, Bundesbildungsministeriums soll vielmehr eine Grundlage für "wirksamen Umweltschutz" gelegt werden. Bis dahin müssen sich die Schüler aber gedulden, die Auswertung erfolgt erst im kommenden Jahr.

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