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Schüler trainieren für den sicheren Schulweg

Projekt „Neue Wege“ Schüler trainieren für den sicheren Schulweg

Ob mit dem Bus, auf dem Fahrrad oder zu Fuß – Auf dem Schulweg gibt es einiges zu beachten, um sicher ans Ziel kommen. Im Projekt „Neue Wege“ der Polizeiinspektion Göttingen haben die Fünftklässler des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) am Montag praxisnah für den Alltag und den Ernstfall trainiert.

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Michael Feuer von der Polizeiinspektion Göttingen erklärt, wann ein Fahrrad verkehrssicher ist.

Quelle: Niklas Richter

Göttingen. „Man sitzt wie auf einem Turm“, findet die zehnjährige Caroline, die auf dem Fahrersitz eines 90-Tonners Platz nehmen darf. Das Probesitzen ist nicht nur spannend, sondern auch lehrreich: „Es ist schwierig, seitlich etwas zu sehen.“ So verschwindet ohne Probleme die ganze Schulklasse im toten Winkeln des Lastwagens. Der Lkw des Göttinger „Round Table“-Clubs gehört zu einer von sechs Stationen, die am Montag vor und in der Sparkassenarena zum Ausprobieren und Lernen einladen. Die Verkehrswacht Göttingen, die Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) und die Johanniter unterstützen das Projekt der Polizeiinspektion mit weiteren Mitmach-Stationen, an denen rund 180 Schüler der fünften Klassen teilnehmen.

Handzeichen, Gegenverkehr, Schulterblick

Know-how von Verkehrsregeln und Sicherheit auf dem Fahrrad sind am Parcour der Verkehrswacht Göttingen gefragt. Dabei wird unter anderem ein Kreuzungsbereich mit Hütchen und Straßenverkehrsschildern abgebildet. Handzeichen, Gegenverkehr, Schulterblick – das alles gilt es für die Schüler zu koordinieren. Rund die Hälfte der Schüler seien dabei unsicher, wissen Elena Arnecke und Anna Reffert von der Verkehrswacht Göttingen. „Man merkt, wer regelmäßig Fahrrad fährt und wer nicht“, sagt Reffert. „Fast alle kennen zwar die Verkehrsregeln, viele haben aber Probleme mit der Koordination beim Fahren.“

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Fünftklässler des Otto-Hahn-Gymnasiums in Göttingen trainieren an unterschiedlichen Stationen den sicheren Weg zu Schule – ob zu Fuß, auf dem Fahrrad oder mit dem Linienbus.

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„Unser Anliegen ist, die Schüler für Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren“, erklärt Jörg Arnecke, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizeiinspektion Göttingen. „Dabei richten wir uns bewusst an die Schüler der fünften Klassen. Denn sie wechseln oft von der wohlbehüteten und nahen Grundschule und müssen sich erst an den neuen Schulweg gewöhnen.“ Beim Projekttag wird alles thematisiert, was zur Sicherheit beiträgt: Wie werde ich als Fahrradfahrer gut gesehen? Wie verhalte ich mich im Straßenverkehr? Wie setze ich im Falle eines Unfalls einen Notruf ab?

Längere Anfahrten mit dem Bus

Für den Großteil der Schüler sind längere Anfahrten mit dem Linienbus oder dem Zug Alltag: „Unsere Schule liegt nah am Bahnhof, unser Einzugsgebiet ist entsprechend groß. Manche Schüler kommen aus Friedland, Lenglern oder Bovenden“, sagt Iris Bruse, stellvertretende Schulleiterin am OHG. Am Projekttag steht daher auch das richtige Sozialverhalten im Linienbus auf dem Lehrplan. Nicht drängeln, den Rucksack abnehmen, nach hinten durchgehen – im echten Linienbus spielt Michael Dörchel von den GöVB mit den Schülern die Busfahrt zur Schule nach. Ob Linienbus, Rettungswagen oder Lkw – die großen Fahrzeuge hinterlassen Eindruck: „Was ein toter Winkel ist, haben wir in der Grundschule gelernt“, sagt Timon (11). „Aber ich habe noch nie in einem gesessen. Da war toll!“

Bereits zum vierten Mal realisiert die Polizeiinspektion gemeinsam mit den Netzwerkpartnern und dem OHG den Projekttag. Mit Erfolg: „Die Kinder sind jedes Mal begeistert“, sagt Iris Bruse. „Sie erinnern sich an den Tag und nehmen etwas für ihren Alltag mit.“

Sicher ist, wer gut sichtbar ist

„Als Radfahrer schützt man sich am besten, wenn man gut sichtbar ist“, erklärt Michael Feuer von der Polizeiinspektion Göttingen. Reflektoren und Lichter vorn und hinten gehören zur Grundausstattung jedes Fahrrads. Auch der Helm sollte beim Fahren im Straßenverkehr selbstverständlich sein. „Bei der Orientierung, was richtiges Verhalten ist und was nicht, sind andere Radfahrer leider nicht immer das beste Vorbild“, sagt Feuer. In der Regel sollten Schüler daher immer auf dem Radweg an der rechten Straßenseite fahren. Wenn es unübersichtlich wird: lieber absteigen, rät der Experte.

Bei großen Fahrzeugen wie Lastwagen gilt es, die vier toten Winkel zu beachten – vorn, hinten, links und rechts. Auch Linienbusse brauchen Platz, zum Beispiel beim Abbiegen.

Damit das Fahrrad auch nach der Schule da ist: Abschließen nicht vergessen. Der Experte rät, für ein gutes Schloss mindestens zehn Prozent des Fahrradpreises zu investieren und das Rad immer anzuschließen.
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Von Verena Schulz und Laura Brand

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